Zum sofort Umsetzen

Zum sofort Umsetzen

Selbst in beruf­li­chen Netz­wer­ken wie Xing ist nie­mand vor Gram­ma­tik- und ande­ren Feh­lern gefeit. Das betrifft nicht nur des­sen Mit­glie­der, wie sich häu­fig in deren Kom­men­ta­ren able­sen lässt, son­dern auch des­sen Autoren­schaft. So stieß ich dort kürz­lich auf diese Über­schrift eines redak­tio­nel­len Bei­trags: „Mit­ar­bei­ter bin­den: 7 starke Maß­nah­men zum sofort Umset­zen“. Fällt Ihnen etwas auf? 

Über den Inhalt möchte ich mich hier nicht wei­ter aus­las­sen. Auf­fäl­lig war u. a., wie häu­fig darin immer wie­der auf die neu­deut­schen resp. deng­li­schen „Hacks“ zurück­ge­grif­fen wurde. Bean­stan­den lässt sich das zwar nicht, denn wie regel­mä­ßige Lese­rin­nen und Leser wis­sen, ist das Wort in den neu­es­ten Duden auf­ge­nom­men wor­den. Ob man es des­we­gen aber immer wie­der ver­wen­den muss?

Was mich störte, war eben diese Über­schrift. Dass die Sub­stan­ti­vie­rung des Verbs „umset­zen“ groß­ge­schrie­ben ist, erwäh­nen wir hier­mit lobend. Aber wie sieht es mit der Kom­bi­na­tion „zum sofort Umset­zen“ aus?

Wir bie­ten hier die­ses Mal keine Auf­lö­sung, son­dern bit­ten um Betei­li­gung der wer­ten Leser­schaft. Schrei­ben Sie in einem Kom­men­tar, wie Sie mei­nen, dass die Über­schrift kor­rekt lau­ten sollte!

Einen Preis kön­nen wir zwar nicht bie­ten, aber lobende Erwäh­nung und Aus­zeich­nung der kor­rek­ten Antwort(en) auf jeden Fall.

(Siehe hier auch „Ver­ben: Groß- oder Klein­schrei­bung?“ und „Steak’s und etwas mehr …“ in Ronalds Noti­zen. Dort fin­den Sie das ähn­li­che Bei­spiel „zum frisch Aufbacken“.)

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

12 Kommentare

    1. Klar, wenn es ein Adjek­tiv wie "sofor­tig" (Amts­deutsch?!) gibt, ist bei einem sub­stan­ti­vier­ten Infi­ni­tiv ein attri­bu­ti­ves Adjek­tiv einer Adver­biale auf jeden Fall vor­zu­zie­hen: "zum sofor­ti­gen Umset­zen". Noch bes­ser finde ich aller­dings: "Maß­nah­men, die sofort umge­setzt wer­den kön­nen" oder "Maß­nah­men, die sofort umzu­set­zen sind", even­tu­ell auch "sofort umsetz­bare Maßnahmen" …

      1. "Sofor­tig " steht zumin­dest im Duden, somit halte ich eine Ver­wen­dung für legitim.
        Ich per­sön­li­che würde diese Über­schrift gene­rell anders gestal­ten und bei­spiels­weise "zum sofort Umset­zen" (oder ähn­li­che For­mu­lie­rung) ein­fach weg­las­sen: „Mit­ar­bei­ter bin­den: 7 starke Maßnahmen".

        1. Nur geht es dem Ver­fas­ser des Bei­trags ja gerade darum, dass diese Maß­nah­men sofort umsetz­bar sind, was er schon in der Über­schrift mit­tei­len will!

    2. Ich hätte als Teil­nah­me­be­din­gung fest­le­gen sol­len, dass Xing-Mit­glie­der von der Teil­nahme aus­ge­schlos­sen sind, denn genau diese Ant­wort habe ich unter dem dor­ti­gen Bei­trag auch vor­ge­schla­gen. Da ich das aber nicht gemacht hatte, hier die Bewer­tung: Der Vor­schlag ist schon ein­mal gut!

  1. Hier die abschlie­ßende Bewer­tung der ein­ge­gan­ge­nen Vorschläge:

    • „zum sofor­ti­gen Umset­zen“ von Herrn Schal­ler ist die kür­zeste und prä­gnan­teste Alternative,
    • „Maß­nah­men, die sofort umzu­set­zen sind“, und „sofort umsetz­bare Maß­nah­men“, alle von Herrn Lorenz, sind ebenso annehm­bare Alternativen.

    Ich werte die ein­ge­gan­ge­nen Vor­schläge also als unent­schie­den, da alle gram­ma­tisch und sti­lis­tisch kor­rekt sind.

    1. Wenn, dann nur die letzte Mög­lich­keit, zumal die zweite sogar falsch ist, weil es sich um eine Sub­stan­ti­vie­rung han­delt, die, wie im letz­ten Bei­spiel, groß­zu­schrei­ben ist. Die erste gefällt mir rein optisch, aber auch sti­lis­tisch nicht.

  2. Ich lächele vor allem wegen dem ers­ten Teil des Sat­zes, Mit­ar­bei­ter bin­den, da stelle ich mir die Frage: "mit einem Seil, einem Strick,…?" 🙂 Woran, an den Baum?
    Klei­ner Spaß am Rande!

    1. Gute Frage: an den Schreib­tisch viel­leicht? Die Pro­duk­ti­ons­stätte? Ich stelle mir man­che sprach­li­chen Wen­dun­gen auch öfter gern bild­lich vor. Z. B., wenn jemand etwas „signa­li­siert“. Mit Signalflaggen?

      Übri­gens: „wegen des ers­ten Teils des Sat­zes“, Prä­po­si­tion mit Geni­tiv; der Dativ fin­det allein umgangs­sprach­lich und regio­nal statt! Kleine Kor­rek­tur am Rande. 😉

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