Übersetzung englischer typografischer Fachbegriffe

Sie sind im typografischen Bereich tätig und haben Kunden aus dem englischsprachigen Raum, aber keine Ahnung, was aperture, ink trap oder x-height bedeuten? Höchste Zeit, sich dieses Wissen anzueignen! Dieser Beitrag bietet Abhilfe: eine Übersetzung englischer typografischer Fachbegriffe ins Deutsche.

Vorwort

Die Vor- und Grundlage für diese Übersetzung bildete zunächst „The A–Z of typographic terms“ im Blog von Fontsmith (öffnet in neuem Fenster, damit Sie die Ansichten parallel vor sich haben), auf das hier bereits in „Das A bis Z der typografischen Begriffe“ hingewiesen wurde. Diese Ihnen hier vorliegende Übersetzung englischer typografischer Fachbegriffe wurde inzwischen kommentarlos von Ungenauigkeiten und Fehlern der Vorlage bereinigt, die Erklärungen, wo nötig, erweitert sowie um weitere Begriffe ergänzt. Noch weitere werden noch hinzukommen. Ein work in progress, sozusagen.

Eine Mitarbeit, etwa die Ergänzung der Liste und die Verbesserung der deutschen Entsprechungen, ist ausdrücklich erwünscht; nutzen Sie also die Kommentarfunktion! Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Eine kostenlose Druckversion, damit Sie diese Liste jederzeit einsehen können, ist ebenso geplant; diese verlangt jedoch weitere Arbeit und die damit verbundene Zeit. Zeit übrigens, die auch für die Recherchen für diesen Beitrag aufgewendet wurde. Gern können Sie mich auch hierbei (finanziell) unterstützen: Kontakt über die E-Post-Adresse, das Kontaktformular oder über die Kommentarfunktion!

Übersetzung englischer typografischer Fachbegriffe ins Deutsche

Typograpische Teile der Lettern
Typographic parts of glyphs: 1) x-height, 2) ascender line, 3) apex, 4) baseline, 5) ascender, 6) crossbar, 7) stem, 8) serif, 9) leg, 10) bowl, 11) counter, 12) collar, 13) loop, 14) ear, 15) tie, 16) horizontal bar, 17) arm, 18) vertical bar, 19) cap height, 20) descender line (F l a n k e r / Wikimedia Commons)
  • Advance width = Dickte, Laufweite: die Breite eines Buchstabens inklusive der Vor- und Nachbreite, dem „Fleisch“
  • Alignment / Justification = Ausrichtung: die Art, wie Text und Bilder auf einer Seite platziert werden (links, rechts, zentriert)
  • Ampersand = Et-Zeichen, Firmen-Und, Und-Zeichen: die Ligatur &
  • Angle brackets = Winkelklammern: < >
  • Anti-aliasing = Kantenglättung: halbtransparente Pixel entlang der Kanten von Glyphen, um die gezackten Kanten zu glätten
  • Antiqua / Antikva = Antiqua: Serifenschriften, die zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert gestaltet wurden, oder neue Schriften, die diesem Stil folgen
  • Aperture = offene Punze: eine offene nicht druckende Innenfläche einer teilweise geschlossenen Glyphe wie in c, h, m, n oder u
  • Apex = Scheitel, Spitze, Kuppe: der Punkt an der Spitze eines Buchstabens, an der sich zwei Striche treffen, auch: ein Kreuzungspunkt, etwa im x. Im Deutschen und im Englischen sind Apices (apices) oder Apizes allerdings auch diakritische Zeichen, mit denen die Länge von Vokalen markiert wird!
  • Arc = Bogen: der runde Teil eines Striches, der in einen geraden Hauptstrich führt
  • Arm = Arm: ein Strich, der an einem oder an beiden Enden keine Verbindung zu einem anderen Strich hat, also ein horizontaler oder schräger Strich wie in E, F, K, L oder T. Man unterscheidet zwischen einseitigem wie in E und beidseitigen Arm wie in T. Manchmal wird als arm aber nur der obere diagonale Strich wie in K bezeichnet; der untere wäre hier ein leg.
  • Ascender = Oberlänge: bei Kleinbuchstaben (Minuskeln oder „Gemeinen“, wie der Schriftsetzer früher sagte) der vertikale Teil, der sich über die x-Linie hinausbewegt
  • Ascender line = k-Linie: unsichtbare Linie, die die Höhe aller Buchstaben mit Oberlänge markiert, wie oberhalb von b, d, f und k
  • Axis / Stress = Achse / Achsneigung: unsichtbare Linie, die ein Zeichen an seiner dünnsten Stelle von oben nach unten teilt. Mit der Achsneigung wird die Verschiebung dieser Linie bezeichnet. Das Bild im Fontsmith-Blog zeigt eine diagonale Achsneigung; wäre diese Linie genau senkrecht, handelte es sich um eine vertikale.
  • Back/end matter = Anhang: der hintere Teil eines Buches, bestehend etwa aus Nachwort, Index, Glossar
  • Ball/lacrimal terminal / Teardrop = Auslauf(punkt), Tropfen: das runde Ende eines Strichs oder Arms, wie in a, c, f, r und y; nur in einigen Antiquas vorkommend
  • Baseline = Grundlinie, Standlinie: unsichtbare Linie, auf der die (meisten) Zeichen einer Schrift ruhen
  • Beak = Schnabel: dekorativer Strich am Ende des Arms eines Buchstabens ähnlich einer Serife, aber mehr betont
  • Blackletter / Gothic minuscule / Gothic script / Textura = gebrochene Schrift
  • Body height = hp-Höhe, Schriftbildhöhe: die Entfernung zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt einer Schrift
  • Body text = Brot-, Grundschrift: die Schrift, in der Mengentext gesetzt wird
  • Bowl = Bogen: gerundeter Strich, der den geschlossenen runden Teil eines Buchstabens markiert, wie in C, D, G, O und in b, c, d, e, o, p
  • Bracket = Kehlung, Serifenrundung: in einigen Schriften die runde oder keilförmige Verbindung zwischen dem Grundstrich und der Serife
  • Canons of page construction = Satzspiegel, Schriftspiegel: die (Konventionen für die Gestaltung, Anordnung der) Nutzfläche eines gedruckten Werks
  • Cap height = Versalhöhe: die Höhe eines Großbuchstabens, gemessen von der Grundlinie; vom Englischen capital height
  • Condensed = verdichtet, condensed: Schriftstil mit schmaler bzw. enger Laufweite
  • Counter = Punze: die teilweise oder ganz geschlossene Fläche eines Buchstabens oder Symbols wie in o, p oder c. Als Punzen wurden im Bleisatz die nicht druckenden Innenflächen eines Buchstabens bezeichnet. Geschlossene Punzen kommen in A, B, D, O, P, Q, R, a, b, d, e, g, o, p, q vor, offene in c, f, h, i, m, n, s, u.
  • Cross stroke = Kreuz-, Querstrich: der waagerechte Strich quer durch Kleinbuchstaben t oder f
  • Crossbar / Bar = Querstrich: horizontaler Strich in der Mitte von H, A und e, kreuzt aber im Gegensatz zum cross stroke, mit dem er oft verwechselt wird, keinen (Haupt)strich
  • Crotch = Gabelung: Innenseite eines Winkels, wo sich zwei Striche treffen
  • Cursive = Kursive: Handschrift mit verbundenen Buchstaben, auch gebraucht zur Bezeichnung von Italic-Schriften, die ähnlich wie Handschriften wirken. Deutsche Typografen verstehen unter Kursive auch eine spezielle Schreibschrift oder einen Sammelbegriff für Schreibschriften allgemein. Italic font ist der englische Begriff für Kursive, der sich in vielen Computerprogrammen findet. Der englische Begriff cursive wird in Computersystemen verwendet, um darauf zu verweisen, dass eine Schreibschrift zur Darstellung genutzt werden soll, ohne explizit eine zu benennen.
  • Descender = Unterlänge: bei Kleinbuchstaben der Teil, der sich unter der Grundlinie erstreckt
  • Descender line = p-Linie: unsichtbare Linie, die den tiefsten Punkt aller Buchstaben mit Unterlänge markiert
  • Dingbats = Zierrat, Ornamente: in der Typografie alle Lettern, die keine Schriftzeichen, sondern Ornamente tragen und dem (Buch)schmuck dienen, heute auch Zeichen(sätze) für Symbole
  • Discretionary ligatures = Schmuckligaturen: Verschönerung an Ligaturen, die nicht ursprünglicher Bestandteil einer der Buchstaben ist; im Gegensatz zu standard ligatures (ff, fi, ft usw.) rein typografischer Natur
  • Display font = Plakatschrift: Schriftschnitte für große Lettern für Banner und Überschriften; im Englischen auch display type, headline font
  • Ear = Ohr: kleiner Strich zur Erweiterung einer Rundung wie in g oder r
  • Emphasis = Auszeichnung: von der Grundschrift („Brotschrift“) abweichende Schriftgestaltung, etwa fett, kursiv, gesperrt, Kapitälchen, Versalschrift
  • End(-)paper = Vorsatz, -blatt, -papier: die vordere und hintere Verbindung des Buchblocks mit dem Buchdeckel (im Deutschen übrigens das Vorsatz!)
  • Expanded = expanded, verbreitert: wie extended, nur dass hier kein eigener Schriftschnitt vorliegt, sondern die Schrift mechanisch verbreitert wird
  • Extended = breit, extended: Schriftschnitt mit erweiterter Laufweite, bei der die Breite größer ist als die Höhe
  • Extenders: alle Glyphen mit Ober- (ascenders) oder Unterlänge (descenders)
  • Eye = Auge: geschlossener Raum im e, ähnlich einer Punze
  • Finial = Auslauf, Endstrich: verjüngtes oder rundes Ende von Buchstaben wie am unteren Teil von c und e oder oben am a mit offener Cauda (= Schwanz, Schweif)
  • Flag = Fahne: horizontaler Strich wie in der Zahl 5 oder der 1
  • Font = Satzschrift: ursprünglich und hierzulande ein kompletter Zeichensatz einer Schrift (type library oder font family), heute auch für „Schriftbild“ allgemein, im Englischen jedoch nur für ein in Größe, Gewicht und Stil ganz bestimmtes Schriftbild!
  • Foot = Fuß: der Teil des Grundstrichs, der auf der Grundlinie ruht
  • Front matter = Titelei: die Seiten eines Buches, die dem eigentlichen Inhalt vorangestellt sind
  • Gadzook = Schmuckligatur: siehe discretionary ligatures
  • Glyph = Glyphe, Schriftzeichen: die grafische Darstellung eines Zeichens (Nummer, Buchstabe, Zeichen oder Symbol)
  • Grotesk: die deutsche Bezeichnung für serifenlose Schriften. Im englischen Sprachraum sind dafür die Bezeichnungen lineals oder gothic geläufig, aber durchaus auch grotesque!
  • Hairline = Haarstrich: der Name der leichtesten Ausführung einer Schriftfamilie, auch gebräuchlich für den dünnsten Strich in einem Buchstaben. In der ersten Bedeutung auch Ultraleicht bzw. ultra light, ultra thin; im Deutschen ist eine Haarlinie zudem die dünnste druckbare Linie.
  • Halbfett: deutscher Name für die kräftige Version einer Schriftfamilie; im Englischen demi- oder semi-bold
  • Head serif: halbe Serife am oberen Anfangspunkt eines Buchstabens
  • Hinting = Hinting: Hinweise in einer Vektorfont-Schrift um zu erreichen, dass sie besser in verschiedenen Größen gerendert werden, um die Darstellungsqualität von Texten auf Bildschirmen mit geringer Auflösung zu verbessern
  • Hook = Haken: gerundeter Strich im Kleinbuchstaben f
  • Imposition = Ausschießen: die Anordnung der Seiten in einer Druckform
  • Indentation = Einzug: der Leerraum zu Beginn der ersten Zeile eines Absatzes
  • Initial = Initiale: ein geschmückter Anfangsbuchstabe eines Abschnitts oder Kapitels
  • Ink trap = Tintenfalle: geöffnete Flächen der Punze, damit die Tinte verlaufen kann, um dunkle Flecken zu vermeiden, angewandt bei kleinen bis sehr kleinen Schriftgrößen, etwa bei G, M, N, 4, 7. Hier werden Teile der Umrisse eines Buchstabens entfernt, damit sie durch verlaufende Druckfarbe gefüllt werden können. Dadurch wird verhindert, dass das gedruckte Schriftbild schwammig und unscharf wird.
  • Instroke = Ansatz, Anstrich: der Strich, wo man anfangen würde, ein Zeichen zu schreiben
  • Italic = Kursive: nach rechts geneigte Schrift, im Gegensatz zu aufrecht stehenden romanischen Schriftschnitten (siehe oben auch Cursive!)
  • Joint / Juncture: die Stelle, an der ein Strich auf den Grundstrich trifft
  • Kerning = Ausgleichung, Unterschneidung: Anpassung des Raums zwischen Paaren von Buchstaben, um eine einheitliche Darstellung zu erreichen, etwa in Kombinationen wie bei VA. Besonders wichtig in Überschriften und nicht zu verwechseln mit tracking!
  • Leading / Linespacing = (Zeilen)durchschuss: vertikaler Raum zwischen den Textzeilen, gemessen von Grundlinie zu Grundlinie
  • Leg = Bein: abwärts auslaufender Strich in K und R
  • Ligature = Buchstabenverbund, Ligatur: zwei oder mehr Buchstaben, die zu einer Letter zusammengefasst werden
  • Link = Steg: die Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Bogen in g; im Englischen auch collar
  • Live matter = Stehsatz: die Aufbewahrung eines (Blei)satzes für eine erneute spätere Nutzung
  • Lobe = Schleife: ein runder geschlossener oder halb offener, überstehender Strich wie unten in g
  • Loop = Schleife: gerundeter, geschlossener Strich wie in P
  • Midline / Meanline = Mittellinie, x-Linie: unsichtbare Linie, die oben auf Kleinbuchstaben liegt
  • Neck = Hals: der Übergang von einem Strich zur Serife
  • Oblique / Slanted = Oblique, kursiviert, schräg (gestellt): mechanisch geschnittene schräg gestellte Schrift, im Gegensatz zu echten Kursiven, die extra gezeichnet und geschnitten werden
  • Old style/hanging figures = Mediävalziffern, Minuskelziffern, hängende Ziffern: Zahlen in der Höhe von Kleinbuchstaben, teilweise mit Unterlänge, deswegen „hängend“; im Mengentext traditionell
  • Orphan = Findelkind, Schusterjunge, Waisenkind: erste Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Ende einer Kolumne oder Seite steht
  • Outstroke = Abstrich: diagonaler Strich von oben nach unten, wie unten in k und y
  • Overhang / Overshoot = Überhang, -stand: die zusätzliche Höhe und Tiefe (undershoot) bei runden oder spitz zulaufenden Buchstaben über die x- oder Versalhöhe hinaus bzw. unter die Grundlinie, um sie in der Größe optisch anzugleichen
  • (Page) footer = wiederkehrender Text am Fuß der Seiten eines Druckwerkes
  • (Page) header = Kopfzeile: wiederkehrender Text am Kopf der Seiten eines Druckwerkes; im Englischen auch running head
  • (Page) layout = Gestaltung, Layout: die Text- und Bildgestaltung einer Publikation nach ästhetischen Gesichtspunkten
  • Phonetic types = Lautschrift, phonetische Symbole: ein Schriftsystem für die Notation und Wiedergabe menschlicher (Aus)sprache
  • Pica = Pica, Cicero: eine typografische Maßeinheit, entspricht 12 Punkten oder Pixeln. Pica wird hauptsächlich im englischsprachigen Raum verwendet, im europäischen Raum spricht man dagegen von Cicero. Beide Einheiten gliedern sich jeweils in zwölf Punkte bzw. points (pt).
  • Pilcrow = Absatzzeichen, Alinea: ¶, markiert das Ende eines Absatzes oder zum Trennen von gedanklichen Einheiten im Text
  • Point = Punkt: eine typografische Maßeinheit, entspricht 1/12 Pica oder 1 Pixel
  • Point size = Punktgröße, Schriftgrad: die Größe des Kegels einer Schrift. Im Deutschen werden mit dieser Einheit nicht nur der Schriftgrad, sondern auch Zeilenabstände u. a. gemessen.
  • Pro = Extras, Sonderzeichen: zusätzliche Zeichensätze einschließlich zentraleuropäische und kyrillische und/oder griechische Glyphen
  • Punchcutting = Stempelschneidekunst: in der Bleisatz-Schriftherstellung die vorbereitende Tätigkeit, Punzen (punch, punches; hier nicht zu verwechseln mit dem nichtdruckenden Innenteil einer Glyphe!) für die Matrizen (matrix, matrices) herzustellen, aus denen die Schrift gegossen wurde
  • Quad = Geviert: eine typografische Maßeinheit, entspricht genau einer quadratischen nicht druckenden Fläche, deren Breite (Dickte) gleich der Höhe des Schriftkegels (der Kegelstärke) ist
  • Quaint = Schmuckligatur: siehe discretionary ligatures
  • Quotation marks / Quotes = Anführungszeichen, Zitatzeichen: die Zeichen zum Absetzen eines Zitats, einer wörtlichen Rede usw. vom restlichen Text. Im Englischen sind straight quotes die (auch dort!) leider immer noch viel zu häufig falsch verwendeten Anführungszeichen, gebildet aus dem Inch-Zeichen für die doppelten bzw. dem (auch falschen!) „Apostroph“ für die einfachen; curly oder smart quotes sind die korrekt verwendeten geschwungenen Anführungszeichen, im Deutschen als kleine 99 und 66, im Englischen als kleine 66 und 99 für die doppelten Zitatzeichen dargestellt.
  • Rasterization = Rasterung: Konvertierung einer Vektor- in eine Rastergrafik (Pixel oder Punkte)
  • River (of white) = Bach, Gasse, Rinnsal, Straße, Sturzbach: mehrere untereinanderstehende Wortzwischenräume, die eine senkrechte weiße Gasse im Text ergeben
  • Roman = Roman, book, regular: Standard-Schriftstil einer Schriftfamilie oder reguläres Schriftbild einer geraden Schrift
  • Script font/typeface = Schreibschrift: Satzschrift, die den Charakter einer Schreibschrift simuliert, fast ausschließlich nur als Zierschrift benutzt
  • Serif = Serife: kleiner Strich am Anfang oder Ende des Grundstrichs eines Buchstabens
  • Shoulder = Schulter: gebogener Teil in Minuskeln h, m und n. Im Englischen bedeutete dieser Begriff auch den Teil einer Bleiletter, auf dem der eigentliche Buchstabe sitzt.
  • Sidebearing = „Fleisch“: die Fläche zwischen der Glyphe selbst und dem linken und rechten Rand der Letter, die Vor- und Nachbreite
  • Single-tier = einschlaufig, -stöckig: ein a oder g mit einer statt zwei Punzen
  • Slab/square serif = Egyptienne, serifenbetonte Linearantiqua: eine aus der Antiqua abgeleitete Schriftklasse, bei der die Serifen deutlich verstärkt sind
  • Slope = Neigungswinkel: der Grad der Neigung des Stamms und der Ober- und Unterlängen einer (meist kursiven) Schrift, nicht zu verwechseln mit axis (Achse) bzw. stress (Achsneigung)
  • Small caps = Kapitälchen: Großbuchstaben in der gleichen Höhe wie Kleinbuchstaben; in Schriftkatalogen SC für small capitals abgekürzt
  • Space = Leerschritt, -stelle, -zeichen, Wortzwischenraum: die Abgrenzung zwischen Wörtern und anderen Zeichen innerhalb eines Textes
  • Spacing = Sperrung: zusätzlicher horizontaler Raum an den Seiten der Glyphen; im Englischen auch letter-spacing, tracking
  • Spine = Rücken: die zentrale Rundung in S und s
  • Spur = Sporn, Vorstrich: kleiner herausragender Strich an einem Grundstrich, ähnlich einer Serife bzw. eines Schnabels, gebräuchlich in C, G und S
  • Spurless: runder Übergang in den Grundstrich
  • Square brackets = eckige Klammern: [ ]
  • Stem = Hauptstrich, Stamm, Standstrich, Hasta: vertikaler Hauptstrich eines Buchstabens
  • Stroke = Strich: ein Element, das mit dem Hauptstrich ein Zeichen ausmacht. Als Ab- oder Grundstriche bezeichnet man die Hauptteile einer Buchstabens, den Aufbau. Sie können gerade wie in k, l, v, w, x, z sein oder gerundet wie in c, o, s. Wenn gerade, können sie horizontal, vertikal oder diagonal sein; wenn gerundet, offen oder geschlossen.
  • Swash = Schweif, Zier: übertriebene(r) Schmuckserife, -endung oder -schweif; swash letters sind Zierschriften.
  • Tail = Ausstrich, Schweif: der absteigende Strich in Buchstaben, die die Grundlinie unten überschreiten, wie in Q, j und y
  • Taper: dünneres und verfeinertes Ende eines Strichs
  • Terminal: Endung eines Strichs ohne eine Serife
  • Tittle = i-Punkt: der Punkt auf dem i und dem j. Als diakritisches Zeichen kann der Punkt allerdings auch auf anderen Buchstaben erscheinen!
  • Tracking = Laufweite(nveränderung): hinzugefügte oder verminderte Sperrung in einer Gruppe von Buchstaben unabhängig von der originalen Laufweite innerhalb eines Zeichensatzes, also jede Veränderung der originalen Dickte einer Schrift; im Englischen auch letter-spacing
  • Trap / Trapping = Überfüllung: die Vermeidung unerwünschter Weißflächen im Mehrfarbendruck
  • Type area / Print space = Satzspiegel, Schriftspiegel: die (Gestaltung, Anordnung der) Nutzfläche eines gedruckten Werks
  • Typeface = Schriftart, -bild: in der Typografie die Gestaltung und das Aussehen der Schriftfamilie einer Satzschrift
  • Typeface size = Kegelhöhe, -stärke, Schriftgrad: typografisches Maß für die Größe einer Schrift, also die Summe aus Ober-, Mittel- und Unterlänge plus Achselfläche und damit größer als die tatsächliche Buchstabengröße (body height), in Punkt (p) angegeben
  • Typography = Typografie: eigentlich die Kunst, Technik und Wissenschaft um Schrift, -gestaltung, -satz, Druck und deren Anwendung und Umsetzung, heute vielfach synonym zu „Layout“ verwendet
  • Vertex = Scheitel, Spitze, Vertex: der Punkt, an dem sich zwei Striche am unteren Ende eines Zeichens treffen
  • Weight = Schriftschnitt: das Gewicht einer Schrift unabhängig von seiner Schriftgröße; auch für einen Stil innerhalb einer Schriftfamilie (leicht oder regulär)
  • Whitespace / White space = (typografischer) Weißraum: der Freiraum im Zusammenspiel von Bild und Text bzw. der Leerraum zwischen Glyphen, Zeilen usw., um die Lesbarkeit zu erhöhen; häufig auch typografisches Gestaltungselement
  • Widow = Hurenkind, Witwe: letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne oder Seite steht
  • x-height = Mittellänge, x-Höhe: Höhe des Kleinbuchstabens x, benutzt als Orientierungshilfe für die Höhe von normalen Minuskeln

Weitere englischsprachige Verweise

Font: Wallpaper Font Anatomy, die Anatomie der Fonts als Bildschirm-Hintergrund zum Herunterladen
FontForge: Glossary of (some) typographical terms
Linotype: Font Glossary
ParaType: Font Terminology Glossary
Print Magazine: A Quick Guide to Type Anatomy
The Logo Company: Typography And Font Deconstruction
Typedia: Learn: Anatomy of a Typeface
Typography Deconstructed: Type glossary
Wikipedia: Typeface anatomy
Creative Bloq: 15 design terms you’re probably getting wrong über populäre Irrtümer und Verwechslungen in der Typografie wie Font vs. Typeface

Deutsche Verweise

PAGE online: Perfekte Typografie für Print und Online mit den beiden Bildern Anatomie der Buchstaben I und II
PAGE online: Typo-Tipps: Anatomie der Buchstaben mit den beiden Bildern Anatomie der Buchstaben III und IV
Typolexikon.de: Buchstabe vom 19. Januar 2015

(Verweise in alphabetischer Reihenfolge, und der ganze Beitrag wurde zuletzt geändert/ergänzt am 25. April 2017.)

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

8 Kommentare

    1. Ihren Kommentar verstehe ich nicht: „wo“ in meinem Beitrag? Beide wurden erwähnt! Wünschen Sie genauere Informationen zu diesem typografischen Maßsystem? Eigentlich gehören wenigstens diese zu den Grundkenntnissen im grafischen Gewerbe.

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