Übersetzung englischer typografischer Fachbegriffe

Sie sind im typo­gra­fi­schen Bereich tätig und haben Kun­den aus dem eng­lisch­spra­chi­gen Raum, aber keine Ahnung, was aper­ture, ink trap oder x‑height bedeu­ten? Höchste Zeit, sich die­ses Wis­sen anzu­eig­nen! Die­ser Bei­trag bie­tet Abhilfe: eine Über­set­zung eng­li­scher typo­gra­fi­scher Fach­be­griffe ins Deutsche.

Vorwort

Die Vor- und Grund­lage für diese Über­set­zung bil­dete zunächst „The A–Z of typo­gra­phic terms“ im Blog von Fonts­mith (öff­net in neuem Fens­ter, damit Sie die Ansich­ten par­al­lel vor sich haben), auf das hier bereits in „Das A bis Z der typo­gra­fi­schen Begriffe“ hin­ge­wie­sen wurde. Diese Ihnen hier vor­lie­gende Über­set­zung eng­li­scher typo­gra­fi­scher Fach­be­griffe wurde inzwi­schen kom­men­tar­los von Unge­nau­ig­kei­ten und Feh­lern der Vor­lage berei­nigt, die Erklä­run­gen, wo nötig, erwei­tert sowie um wei­tere Begriffe ergänzt. Noch wei­tere wer­den noch hin­zu­kom­men. Ein work in pro­gress, sozu­sa­gen.

Eine Mit­ar­beit, etwa die Ergän­zung der Liste und die Ver­bes­se­rung der deut­schen Ent­spre­chun­gen, ist aus­drück­lich erwünscht; nut­zen Sie also die Kom­men­tar­funk­tion! Und noch ein Hin­weis in eige­ner Sache: Eine kos­ten­lose Druck­ver­sion, damit Sie diese Liste jeder­zeit ein­se­hen kön­nen, ist ebenso geplant; diese ver­langt jedoch wei­tere Arbeit und die damit ver­bun­dene Zeit. Zeit übri­gens, die auch für die Recher­chen für die­sen Bei­trag auf­ge­wen­det wurde. Gern kön­nen Sie mich auch hier­bei (finan­zi­ell) unter­stüt­zen: Kon­takt über die E‑Post-Adresse, das Kon­takt­for­mu­lar oder über die Kommentarfunktion!

Übersetzung englischer typografischer Fachbegriffe ins Deutsche

Typograpische Teile der Lettern
Typo­gra­phic parts of glyphs: 1) x‑height, 2) ascen­der line, 3) apex, 4) base­line, 5) ascen­der, 6) cross­bar, 7) stem, 8) serif, 9) leg, 10) bowl, 11) coun­ter, 12) col­lar, 13) loop, 14) ear, 15) tie, 16) hori­zon­tal bar, 17) arm, 18) ver­ti­cal bar, 19) cap height, 20) descen­der line (F l a n k e r /​Wiki­me­dia Commons)
  • Advance width = Dickte, Lauf­weite: die Breite eines Buch­sta­bens inklu­sive der Vor- und Nach­breite, dem „Fleisch“
  • Aesc = Liga­tur der Let­tern a und e, ursprüng­lich aus dem Eng­li­schen, heute aber auch im Däni­schen, Islän­di­schen und Nor­we­gi­schen ver­brei­tet (gespro­chen: äsch)
  • Align­ment /​Jus­ti­fi­ca­tion = Aus­rich­tung: die Art, wie Text und Bil­der auf einer Seite plat­ziert wer­den (links, rechts, zentriert)
  • All caps (font) = Ver­sal­satz (Majuskel‑, Versalschrift)
  • Amper­sand = Et-Zei­chen, Fir­men-Und, Und-Zei­chen: die Ligatur &
  • Angle bra­ckets = Winkelklammern: < >
  • Anti-alia­sing = Kan­ten­glät­tung: halb­trans­pa­rente Pixel ent­lang der Kan­ten von Gly­phen, um die gezack­ten Kan­ten zu glätten
  • Anti­qua /​Antikva = Anti­qua: Seri­fen­schrif­ten, die zwi­schen dem 15. und dem 17. Jahr­hun­dert gestal­tet wur­den, oder neue Schrif­ten, die die­sem Stil folgen
  • Aper­ture = offene Punze: eine offene nicht dru­ckende Innen­flä­che einer teil­weise geschlos­se­nen Gly­phe wie in c, h, m, n oder u
  • Apex = Schei­tel, Spitze, Kuppe: der Punkt an der Spitze eines Buch­sta­bens, an der sich zwei Stri­che tref­fen, auch: ein Kreu­zungs­punkt, etwa im x. Im Deut­schen und im Eng­li­schen sind Api­ces (api­ces) oder Api­zes aller­dings auch dia­kri­ti­sche Zei­chen, mit denen die Länge von Voka­len mar­kiert wird!
  • Arc = Bogen: der runde Teil eines Stri­ches, der in einen gera­den Haupt­strich führt
  • Arm = Arm: ein Strich, der an einem oder an bei­den Enden keine Ver­bin­dung zu einem ande­ren Strich hat, also ein hori­zon­ta­ler oder schrä­ger Strich wie in E, F, K, L oder T. Man unter­schei­det zwi­schen ein­sei­ti­gem wie in E und beid­sei­ti­gen Arm wie in T. Manch­mal wird als arm aber nur der obere dia­go­nale Strich wie in K bezeich­net; der untere wäre hier ein leg.
  • Ascen­der = Ober­länge: bei Klein­buch­sta­ben (Minus­keln oder „Gemei­nen“, wie der Schrift­set­zer frü­her sagte) der ver­ti­kale Teil, der sich über die x‑Linie hinausbewegt
  • Ascen­der line = k‑Linie: unsicht­bare Linie, die die Höhe aller Buch­sta­ben mit Ober­länge mar­kiert, wie ober­halb von b, d, f und k
  • Axis /​Stress = Achse /​Achs­nei­gung: unsicht­bare Linie, die ein Zei­chen an sei­ner dünns­ten Stelle von oben nach unten teilt. Mit der Achs­nei­gung wird die Ver­schie­bung die­ser Linie bezeich­net. Das Bild im Fonts­mith-Blog zeigt eine dia­go­nale Achs­nei­gung; wäre diese Linie genau senk­recht, han­delte es sich um eine vertikale.
  • Back/​end mat­ter = Anhang: der hin­tere Teil eines Buches, bestehend etwa aus Nach­wort, Index, Glossar
  • Ball/​lacrimal ter­mi­nal /​Teard­rop = Auslauf(punkt), Trop­fen: das runde Ende eines Strichs oder Arms, wie in a, c, f, r und y; nur in eini­gen Anti­quas vorkommend
  • Base­line = Grund­li­nie, Stand­li­nie: unsicht­bare Linie, auf der die (meis­ten) Zei­chen einer Schrift ruhen
  • Beak = Schna­bel: deko­ra­ti­ver Strich am Ende des Arms eines Buch­sta­bens ähn­lich einer Serife, aber mehr betont
  • Black­let­ter /​Gothic minu­s­cule /​Gothic script /​Tex­tura = gebro­chene Schrift
  • Body height = hp-Höhe, Schrift­bild­höhe: die Ent­fer­nung zwi­schen dem höchs­ten und dem tiefs­ten Punkt einer Schrift
  • Body text = Brot‑, Grund­schrift: die Schrift, in der Men­gen­text gesetzt wird
  • Bowl = Bogen: gerun­de­ter Strich, der den geschlos­se­nen run­den Teil eines Buch­sta­bens mar­kiert, wie in C, D, G, O und in b, c, d, e, o, p
  • Bra­cket = Keh­lung, Seri­fen­run­dung: in eini­gen Schrif­ten die runde oder keil­för­mige Ver­bin­dung zwi­schen dem Grund­strich und der Serife
  • Canons of page con­struc­tion = Satz­spie­gel, Schrift­spie­gel: die (Kon­ven­tio­nen für die Gestal­tung, Anord­nung der) Nutz­flä­che eines gedruck­ten Werks
  • Cap height = Ver­sal­höhe: die Höhe eines Groß­buch­sta­bens, gemes­sen von der Grund­li­nie; vom Eng­li­schen capi­tal height
  • Con­den­sed = ver­dich­tet, con­den­sed: Schrift­stil mit schma­ler bzw. enger Laufweite
  • Coun­ter = Punze: die teil­weise oder ganz geschlos­sene Flä­che eines Buch­sta­bens oder Sym­bols wie in o, p oder c. Als Pun­zen wur­den im Blei­satz die nicht dru­cken­den Innen­flä­chen eines Buch­sta­bens bezeich­net. Geschlos­sene Pun­zen kom­men in A, B, D, O, P, Q, R, a, b, d, e, g, o, p, q vor, offene in c, f, h, i, m, n, s, u.
  • Cross stroke = Kreuz‑, Quer­strich: der waa­ge­rechte Strich quer durch Klein­buch­sta­ben t oder f
  • Cross­bar /​Bar = Quer­strich: hori­zon­ta­ler Strich in der Mitte von H, A und e, kreuzt aber im Gegen­satz zum cross stroke, mit dem er oft ver­wech­selt wird, kei­nen (Haupt)strich
  • Crotch = Gabe­lung: Innen­seite eines Win­kels, wo sich zwei Stri­che treffen
  • Cur­sive = Kur­sive: Hand­schrift mit ver­bun­de­nen Buch­sta­ben, auch gebraucht zur Bezeich­nung von Ita­lic-Schrif­ten, die ähn­lich wie Hand­schrif­ten wir­ken. Deut­sche Typo­gra­fen ver­ste­hen unter Kur­sive auch eine spe­zi­elle Schreib­schrift oder einen Sam­mel­be­griff für Schreib­schrif­ten all­ge­mein. Ita­lic font ist der eng­li­sche Begriff für Kur­sive, der sich in vie­len Com­pu­ter­pro­gram­men fin­det. Der eng­li­sche Begriff cur­sive wird in Com­pu­ter­sys­te­men ver­wen­det, um dar­auf zu ver­wei­sen, dass eine Schreib­schrift zur Dar­stel­lung genutzt wer­den soll, ohne expli­zit eine zu benennen.
  • Descen­der = Unter­länge: bei Klein­buch­sta­ben der Teil, der sich unter der Grund­li­nie erstreckt
  • Descen­der line = p‑Linie: unsicht­bare Linie, die den tiefs­ten Punkt aller Buch­sta­ben mit Unter­länge markiert
  • Ding­bats = Zier­rat, Orna­mente: in der Typo­gra­fie alle Let­tern, die keine Schrift­zei­chen, son­dern Orna­mente tra­gen und dem (Buch)schmuck die­nen, heute auch Zeichen(sätze) für Symbole
  • Dis­cre­tio­nary liga­tures = Schmuck­li­ga­tu­ren: Ver­schö­ne­rung an Liga­tu­ren, die nicht ursprüng­li­cher Bestand­teil einer der Buch­sta­ben ist; im Gegen­satz zu stan­dard liga­tures (ff, fi, ft usw.) rein typo­gra­fi­scher Natur
  • Dis­play font = Pla­kat­schrift: Schrift­schnitte für große Let­tern für Ban­ner und Über­schrif­ten; im Eng­li­schen auch dis­play type, head­line font
  • Ear = Ohr: klei­ner Strich zur Erwei­te­rung einer Run­dung wie in g oder r
  • Empha­sis = Aus­zeich­nung: von der Grund­schrift („Brot­schrift“) abwei­chende Schrift­ge­stal­tung, etwa fett, kur­siv, gesperrt, Kapi­täl­chen, Versalschrift
  • End(-)paper = Vor­satz, ‑blatt, ‑papier: die vor­dere und hin­tere Ver­bin­dung des Buch­blocks mit dem Buch­de­ckel (im Deut­schen übri­gens das Vor­satz!)
  • Expan­ded = expan­ded, ver­brei­tert: wie exten­ded, nur dass hier kein eige­ner Schrift­schnitt vor­liegt, son­dern die Schrift mecha­nisch ver­brei­tert wird
  • Exten­ded = breit, exten­ded: Schrift­schnitt mit erwei­ter­ter Lauf­weite, bei der die Breite grö­ßer ist als die Höhe
  • Exten­ders: alle Gly­phen mit Ober- (ascen­ders) oder Unter­länge (descen­ders)
  • Eye = Auge: geschlos­se­ner Raum im e, ähn­lich einer Punze
  • Finial = Aus­lauf, End­strich: ver­jüng­tes oder run­des Ende von Buch­sta­ben wie am unte­ren Teil von c und e oder oben am a mit offe­ner Cauda (= Schwanz, Schweif)
  • Flag = Fahne: hori­zon­ta­ler Strich wie in der Zahl 5 oder der 1
  • Font = Satz­schrift: ursprüng­lich und hier­zu­lande ein kom­plet­ter Zei­chen­satz einer Schrift (type library oder font family), heute auch für „Schrift­bild“ all­ge­mein, im Eng­li­schen jedoch nur für ein in Größe, Gewicht und Stil ganz bestimm­tes Schriftbild!
  • Foot = Fuß: der Teil des Grund­strichs, der auf der Grund­li­nie ruht
  • Front mat­ter = Titelei: die Sei­ten eines Buches, die dem eigent­li­chen Inhalt vor­an­ge­stellt sind
  • Gad­zook = Schmuck­li­ga­tur: siehe dis­cre­tio­nary ligatures
  • Glyph = Gly­phe, Schrift­zei­chen: die gra­fi­sche Dar­stel­lung eines Zei­chens (Num­mer, Buch­stabe, Zei­chen oder Symbol)
  • Gro­tesk: die deut­sche Bezeich­nung für seri­fen­lose Schrif­ten. Im eng­li­schen Sprach­raum sind dafür die Bezeich­nun­gen line­als oder gothic geläu­fig, aber durch­aus auch gro­tes­que!
  • Hair­line = Haar­strich: der Name der leich­tes­ten Aus­füh­rung einer Schrift­fa­mi­lie, auch gebräuch­lich für den dünns­ten Strich in einem Buch­sta­ben. In der ers­ten Bedeu­tung auch Ultra­leicht bzw. ultra light, ultra thin; im Deut­schen ist eine Haar­li­nie zudem die dünnste druck­bare Linie.
  • Halb­fett: deut­scher Name für die kräf­tige Ver­sion einer Schrift­fa­mi­lie; im Eng­li­schen demi- oder semi-bold
  • Head serif: halbe Serife am obe­ren Anfangs­punkt eines Buchstabens
  • Hin­ting = Hin­ting: Hin­weise in einer Vek­tor­font-Schrift um zu errei­chen, dass sie bes­ser in ver­schie­de­nen Grö­ßen geren­dert wer­den, um die Dar­stel­lungs­qua­li­tät von Tex­ten auf Bild­schir­men mit gerin­ger Auf­lö­sung zu verbessern
  • Hook = Haken: gerun­de­ter Strich im Klein­buch­sta­ben f
  • Impo­si­tion = Aus­schie­ßen: die Anord­nung der Sei­ten in einer Druckform
  • Inden­ta­tion = Ein­zug: der Leer­raum zu Beginn der ers­ten Zeile eines Absatzes
  • Initial = Initiale: ein geschmück­ter Anfangs­buch­stabe eines Abschnitts oder Kapitels
  • Ink trap = Tin­ten­falle: geöff­nete Flä­chen der Punze, damit die Tinte ver­lau­fen kann, um dunkle Fle­cken zu ver­mei­den, ange­wandt bei klei­nen bis sehr klei­nen Schrift­grö­ßen, etwa bei G, M, N, 4, 7. Hier wer­den Teile der Umrisse eines Buch­sta­bens ent­fernt, damit sie durch ver­lau­fende Druck­farbe gefüllt wer­den kön­nen. Dadurch wird ver­hin­dert, dass das gedruckte Schrift­bild schwam­mig und unscharf wird.
  • Inst­roke = Ansatz, Anstrich: der Strich, wo man anfan­gen würde, ein Zei­chen zu schreiben
  • Ita­lic = Kur­sive: nach rechts geneigte Schrift, im Gegen­satz zu auf­recht ste­hen­den roma­ni­schen Schrift­schnit­ten (siehe oben auch Cur­sive!)
  • Joint /​Junc­ture: die Stelle, an der ein Strich auf den Grund­strich trifft
  • Ker­ning = Aus­glei­chung, Unter­schnei­dung: Anpas­sung des Raums zwi­schen Paa­ren von Buch­sta­ben, um eine ein­heit­li­che Dar­stel­lung zu errei­chen, etwa in Kom­bi­na­tio­nen wie bei VA. Beson­ders wich­tig in Über­schrif­ten und nicht zu ver­wech­seln mit tracking!
  • Lea­ding /​Lines­pa­cing = (Zeilen)durchschuss: ver­ti­ka­ler Raum zwi­schen den Text­zei­len, gemes­sen von Grund­li­nie zu Grundlinie
  • Leg = Bein: abwärts aus­lau­fen­der Strich in K und R
  • Liga­ture = Buch­sta­ben­ver­bund, Liga­tur: zwei oder mehr Buch­sta­ben, die zu einer Let­ter zusam­men­ge­fasst werden
  • Link = Steg: die Ver­bin­dung zwi­schen dem obe­ren und dem unte­ren Bogen in g; im Eng­li­schen auch col­lar
  • Live mat­ter = Steh­satz: die Auf­be­wah­rung eines (Blei)satzes für eine erneute spä­tere Nutzung
  • Lobe = Schleife: ein run­der geschlos­se­ner oder halb offe­ner, über­ste­hen­der Strich wie unten in g
  • Loop = Schleife: gerun­de­ter, geschlos­se­ner Strich wie in P
  • Mid­line /​Mean­line = Mit­tel­li­nie, x‑Linie: unsicht­bare Linie, die oben auf Klein­buch­sta­ben liegt
  • Neck = Hals: der Über­gang von einem Strich zur Serife
  • Obli­que /​Slan­ted = Obli­que, kur­si­viert, schräg (gestellt): mecha­nisch geschnit­tene schräg gestellte Schrift, im Gegen­satz zu ech­ten Kur­si­ven, die extra gezeich­net und geschnit­ten werden
  • Old style/​hanging figu­res = Medi­ä­val­zif­fern, Minus­kel­zif­fern, hän­gende Zif­fern: Zah­len in der Höhe von Klein­buch­sta­ben, teil­weise mit Unter­länge, des­we­gen „hän­gend“; im Men­gen­text traditionell
  • Orphan = Fin­del­kind, Schus­ter­junge, Wai­sen­kind: erste Zeile eines Absat­zes, die feh­ler­haft alleine am Ende einer Kolumne oder Seite steht
  • Out­stroke = Abstrich: dia­go­na­ler Strich von oben nach unten, wie unten in k und y
  • Over­hang /​Over­shoot = Über­hang, ‑stand: die zusätz­li­che Höhe und Tiefe (under­shoot) bei run­den oder spitz zulau­fen­den Buch­sta­ben über die x- oder Ver­sal­höhe hin­aus bzw. unter die Grund­li­nie, um sie in der Größe optisch anzugleichen
  • (Page) foo­ter = wie­der­keh­ren­der Text am Fuß der Sei­ten eines Druckwerkes
  • (Page) hea­der = Kopf­zeile: wie­der­keh­ren­der Text am Kopf der Sei­ten eines Druck­wer­kes; im Eng­li­schen auch run­ning head
  • (Page) lay­out = Gestal­tung, Lay­out: die Text- und Bild­ge­stal­tung einer Publi­ka­tion nach ästhe­ti­schen Gesichtspunkten
  • Pho­ne­tic types = Laut­schrift, pho­ne­ti­sche Sym­bole: ein Schrift­sys­tem für die Nota­tion und Wie­der­gabe mensch­li­cher (Aus)sprache
  • Pica = Pica, Cicero: eine typo­gra­fi­sche Maß­ein­heit, ent­spricht 12 Punk­ten oder Pixeln. Pica wird haupt­säch­lich im eng­lisch­spra­chi­gen Raum ver­wen­det, im euro­päi­schen Raum spricht man dage­gen von Cicero. Beide Ein­hei­ten glie­dern sich jeweils in zwölf Punkte bzw. points (pt).
  • Pilcrow = Absatz­zei­chen, Ali­nea: ¶, mar­kiert das Ende eines Absat­zes oder zum Tren­nen von gedank­li­chen Ein­hei­ten im Text
  • Point = Punkt: eine typo­gra­fi­sche Maß­ein­heit, ent­spricht 1/​12 Pica oder 1 Pixel
  • Point size = Punkt­größe, Schrift­grad: die Größe des Kegels einer Schrift. Im Deut­schen wer­den mit die­ser Ein­heit nicht nur der Schrift­grad, son­dern auch Zei­len­ab­stände u. a. gemessen.
  • Pro = Extras, Son­der­zei­chen: zusätz­li­che Zei­chen­sätze ein­schließ­lich zen­tral­eu­ro­päi­sche und kyril­li­sche und/​oder grie­chi­sche Glyphen
  • Punch­cut­ting = Stem­pel­schnei­de­kunst: in der Blei­satz-Schrift­her­stel­lung die vor­be­rei­tende Tätig­keit, Pun­zen (punch, pun­ches; hier nicht zu ver­wech­seln mit dem nicht­dru­cken­den Innen­teil einer Gly­phe!) für die Matri­zen (matrix, matri­ces) her­zu­stel­len, aus denen die Schrift gegos­sen wurde
  • Quad = Geviert: eine typo­gra­fi­sche Maß­ein­heit, ent­spricht genau einer qua­dra­ti­schen nicht dru­cken­den Flä­che, deren Breite (Dickte) gleich der Höhe des Schrift­ke­gels (der Kegel­stärke) ist
  • Quaint = Schmuck­li­ga­tur: siehe dis­cre­tio­nary ligatures
  • Quo­ta­tion marks /​Quo­tes = Anfüh­rungs­zei­chen, Zitat­zei­chen: die Zei­chen zum Abset­zen eines Zitats, einer wört­li­chen Rede usw. vom rest­li­chen Text. Im Eng­li­schen sind strai­ght quo­tes die (auch dort!) lei­der immer noch viel zu häu­fig falsch ver­wen­de­ten Anfüh­rungs­zei­chen, gebil­det aus dem Inch-Zei­chen für die dop­pel­ten bzw. dem (auch fal­schen!) „Apo­stroph“ für die ein­fa­chen; curly oder smart quo­tes sind die kor­rekt ver­wen­de­ten geschwun­ge­nen Anfüh­rungs­zei­chen, im Deut­schen als kleine 99 und 66, im Eng­li­schen als kleine 66 und 99 für die dop­pel­ten Zitat­zei­chen dargestellt.
  • Ras­te­riz­a­tion = Ras­te­rung: Kon­ver­tie­rung einer Vek­tor- in eine Ras­ter­gra­fik (Pixel oder Punkte)
  • River (of white) = Bach, Gasse, Rinn­sal, Straße, Sturz­bach: meh­rere unter­ein­an­der­ste­hende Wort­zwi­schen­räume, die eine senk­rechte weiße Gasse im Text ergeben
  • Roman = Roman, book, regu­lar: Stan­dard-Schrift­stil einer Schrift­fa­mi­lie oder regu­lä­res Schrift­bild einer gera­den Schrift
  • Script font/​typeface = Schreib­schrift: Satz­schrift, die den Cha­rak­ter einer Schreib­schrift simu­liert, fast aus­schließ­lich nur als Zier­schrift benutzt
  • Serif = Serife: klei­ner Strich am Anfang oder Ende des Grund­strichs eines Buchstabens
  • Shoul­der = Schul­ter: gebo­ge­ner Teil in Minus­keln h, m und n. Im Eng­li­schen bedeu­tete die­ser Begriff auch den Teil einer Blei­let­ter, auf dem der eigent­li­che Buch­stabe sitzt.
  • Side­bea­ring = „Fleisch“: die Flä­che zwi­schen der Gly­phe selbst und dem lin­ken und rech­ten Rand der Let­ter, die Vor- und Nachbreite
  • Sin­gle-tier = ein­schlau­fig, ‑stö­ckig: ein a oder g mit einer statt zwei Punzen
  • Slab/​square serif = Egyp­ti­enne, seri­fen­be­tonte Line­aran­ti­qua: eine aus der Anti­qua abge­lei­tete Schrift­klasse, bei der die Seri­fen deut­lich ver­stärkt sind
  • Slope = Nei­gungs­win­kel: der Grad der Nei­gung des Stamms und der Ober- und Unter­län­gen einer (meist kur­si­ven) Schrift, nicht zu ver­wech­seln mit axis (Achse) bzw. stress (Achs­nei­gung)
  • Small caps = Kapi­täl­chen: Groß­buch­sta­ben in der glei­chen Höhe wie Klein­buch­sta­ben; in Schrift­ka­ta­lo­gen SC für small capi­tals abge­kürzt
  • Space = Leer­schritt, ‑stelle, ‑zei­chen, Wort­zwi­schen­raum: die Abgren­zung zwi­schen Wör­tern und ande­ren Zei­chen inner­halb eines Textes
  • Spa­cing = Sper­rung: zusätz­li­cher hori­zon­ta­ler Raum an den Sei­ten der Gly­phen; im Eng­li­schen auch let­ter-spa­cing, tracking
  • Spine = Rücken: die zen­trale Run­dung in S und s
  • Spur = Sporn, Vor­strich: klei­ner her­aus­ra­gen­der Strich an einem Grund­strich, ähn­lich einer Serife bzw. eines Schna­bels, gebräuch­lich in C, G und S
  • Spur­less: run­der Über­gang in den Grundstrich
  • Square bra­ckets = eckige Klammern: [ ]
  • Stem = Haupt­strich, Stamm, Standstrich, Hasta: ver­ti­ka­ler Haupt­strich eines Buchstabens
  • Stroke = Strich: ein Ele­ment, das mit dem Haupt­strich ein Zei­chen aus­macht. Als Ab- oder Grund­stri­che bezeich­net man die Haupt­teile einer Buch­sta­bens, den Auf­bau. Sie kön­nen gerade wie in k, l, v, w, x, z sein oder gerun­det wie in c, o, s. Wenn gerade, kön­nen sie hori­zon­tal, ver­ti­kal oder dia­go­nal sein; wenn gerun­det, offen oder geschlossen.
  • Swash = Schweif, Zier: übertriebene(r) Schmuck­se­rife, ‑endung oder ‑schweif; swash let­ters sind Zier­schrif­ten.
  • Tail = Aus­strich, Schweif: der abstei­gende Strich in Buch­sta­ben, die die Grund­li­nie unten über­schrei­ten, wie in Q, j und y
  • Taper: dün­ne­res und ver­fei­ner­tes Ende eines Strichs
  • Ter­mi­nal: Endung eines Strichs ohne eine Serife
  • Tittle = i‑Punkt: der Punkt auf dem i und dem j. Als dia­kri­ti­sches Zei­chen kann der Punkt aller­dings auch auf ande­ren Buch­sta­ben erscheinen!
  • Tracking = Laufweite(nveränderung): hin­zu­ge­fügte oder ver­min­derte Sper­rung in einer Gruppe von Buch­sta­ben unab­hän­gig von der ori­gi­na­len Lauf­weite inner­halb eines Zei­chen­sat­zes, also jede Ver­än­de­rung der ori­gi­na­len Dickte einer Schrift; im Eng­li­schen auch let­ter-spa­cing
  • Trap /​Trap­ping = Über­fül­lung: die Ver­mei­dung uner­wünsch­ter Weiß­flä­chen im Mehrfarbendruck
  • Type area /​Print space = Satz­spie­gel, Schrift­spie­gel: die (Gestal­tung, Anord­nung der) Nutz­flä­che eines gedruck­ten Werks
  • Typeface = Schrift­art, ‑bild: in der Typo­gra­fie die Gestal­tung und das Aus­se­hen der Schrift­fa­mi­lie einer Satzschrift
  • Typeface size = Kegel­höhe, ‑stärke, Schrift­grad: typo­gra­fi­sches Maß für die Größe einer Schrift, also die Summe aus Ober‑, Mit­tel- und Unter­länge plus Ach­sel­flä­che und damit grö­ßer als die tat­säch­li­che Buch­sta­ben­größe (body height), in Punkt (p) angegeben
  • Typo­gra­phy = Typo­gra­fie: eigent­lich die Kunst, Tech­nik und Wis­sen­schaft um Schrift, ‑gestal­tung, ‑satz, Druck und deren Anwen­dung und Umset­zung, heute viel­fach syn­onym zu „Lay­out“ verwendet
  • Upper­case (font) = Groß­buch­stabe, Majus­kel (Majus­kel­schrift)
  • Ver­tex = Schei­tel, Spitze, Ver­tex: der Punkt, an dem sich zwei Stri­che am unte­ren Ende eines Zei­chens treffen
  • Weight = Schrift­schnitt: das Gewicht einer Schrift unab­hän­gig von sei­ner Schrift­größe; auch für einen Stil inner­halb einer Schrift­fa­mi­lie (leicht oder regulär)
  • White­space /​White space = (typo­gra­fi­scher) Weiß­raum: der Frei­raum im Zusam­men­spiel von Bild und Text bzw. der Leer­raum zwi­schen Gly­phen, Zei­len usw., um die Les­bar­keit zu erhö­hen; häu­fig auch typo­gra­fi­sches Gestaltungselement
  • Widow = Huren­kind, Witwe: letzte Zeile eines Absat­zes, die feh­ler­haft alleine am Anfang einer neuen Kolumne oder Seite steht
  • x‑height = Mit­tel­länge, x‑Höhe: Höhe des Klein­buch­sta­bens x, benutzt als Ori­en­tie­rungs­hilfe für die Höhe von nor­ma­len Minuskeln

Weitere englischsprachige Verweise

Deutsche Verweise

(Ver­weise in alpha­be­ti­scher Rei­hen­folge, und der ganze Bei­trag wurde zuletzt geändert/​ergänzt am 11. April 2020.)

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

13 Kommentare

    1. Ihren Kom­men­tar ver­stehe ich nicht: „wo“ in mei­nem Bei­trag? Beide wur­den erwähnt! Wün­schen Sie genauere Infor­ma­tio­nen zu die­sem typo­gra­fi­schen Maß­sys­tem? Eigent­lich gehö­ren wenigs­tens diese zu den Grund­kennt­nis­sen im gra­fi­schen Gewerbe.

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