In Quarantäne

Deutschland bleibt zuhause

Alle Welt spricht zurzeit von einem Virus. In diesem Zusammenhang fällt oft auch des Wort Quarantäne. Befassen wir uns hier einmal mit dessen Geschichte – und der Aussprache.

Das Corona-Virus ist derzeit „in aller Munde“. Natürlich und hoffentlich nur in übertragenem Sinn! Auch das Wort Quarantäne fällt in diesem Zusammenhang häufig. Nachdem wir uns hier schon damit beschäftigt haben, ob es der oder das Virus heißt, befassen wir uns nun mit der Quarantäne dessen Geschichte – und damit, wie das Wort eigentlich ausgesprochen wird.

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Das Quarantänegebiet im Rotterdamer Hafen, Quarantaineweg 1 (Wikifrits/ Wikimedia Commons)

Was ist eigentlich Quarantäne?

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Ein Schiff unter Quarantäne und ein Schiff der Küstenwache vor Sheerness auf der Isle of Sheppey, Kent, England (Autor unbekannt, UK National Maritime Museum/ Wikimedia Commons)

Eine Quarantäne ist eine räumliche Isolierung von Personen, mitunter auch von Tieren oder seltener sogar von Pflanzen, die eine ansteckende Krankheit haben (könnten). Sie dient dem Schutz der restlichen Bevölkerung bzw. des Tierbestandes. Diese Art der Isolierung wurde schon im 14. Jahrhundert in den Hafenstädten des Mittelmeerraums praktiziert. Schiffe, die aus Gebieten kamen, in denen eine ansteckende Krankheit grassierte, mussten an eigens dafür vorgesehenen Plätzen anlegen. Besatzung und, falls vorhanden, Passagiere durften zunächst nicht an Land gehen. Die Dauer der Isolation betrug meist 40 Tage, wobei diese Zahl weniger aus medizinischen Gründen vorgesehen wurde, sondern weil dieser Zeitraum bereits in der Bibel ein Stadium längerer Zurückgezogenheit kennzeichnete. So soll Jesus 40 Tage mit Beten und Fasten allein in der Wüste zugebracht haben.

Quarantäne im Computer- und IT-Bereich

Ähnlich wie bei den Viren, die es inzwischen auch im Computer- und IT-Bereich gibt, hat die Quarantäne auch hier Einzug gehalten. Hier wird sie verwendet, um Schadsoftware wie etwa Trojaner-, Viren- und Wurmprogramme in einem isolierten, meist verschlüsselten Bereich aufzubewahren. Diese Technik wird häufig von Antiviren-Programmen genutzt und dient dazu, um Dateien im Falle eines Fehlalarms problemlos wiederherstellen zu können.

Die Wortherkunft

Auf Lateinisch heißt „vierzig“ quadraginta; im Vulgärlateinischen war dies zu quar(r)anta geworden. Daraus entwickelten sich im Italienischen quaranta und das altfranzösische carante bzw. quarante. Im Italienischen entstanden schließlich für die Zeitspanne der Isolation die Begriffe quarantena bzw. quarantina, die schon Anfang des 17. Jahrhunderts vereinzelt in deutschen Reiseberichten auftauchten. Im Französischen hatte sich über das altfranzösische caranteine/quaranteine das Wort quarantaine herausgebildet. Dieses gelangte im 17. Jahrhundert auch ins Deutsche: zunächst noch als „Quarantaine“, später zu „Quarantäne“ eingedeutscht.

Die Aussprache von Quarantäne

Quarantaine 1
Internationale Signal-Kombination für „Dieses Schiff ist in Quarantäne“ (Desgagnesh/ Wikimedia Commons)

Die Aussprache des Wortes stellt sich ähnlich bunt wie dessen Herkunft dar. Die häufigste Möglichkeit lautet [karan‘tɛ:nǝ], wobei die ungewohnte Laut-Buchstaben-Kombination „k“ für „qu“ der Herkunft aus dem Französischen geschuldet ist. Daneben gibt es aber auch die (vor allem in Österreich vorherrschende) Aussprache des „qu“, bei der es so gesprochen wird, wie es in den meisten deutschen Wörtern mit „qu“ lautet, nämlich [kvaran‘tɛ:nǝ] wie etwa in „Qualität“.

Wer es hingegen etwas näher am Original mag, kann das „an“ in der Mitte auch nasalieren: [karã‘tɛ:nǝ], wobei diese Aussprachevariante allerdings eher unüblich ist.

Weitere Verweise

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

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