In Quarantäne

Deutschland bleibt zuhause

Alle Welt spricht zur­zeit von einem Virus. In die­sem Zusam­men­hang fällt oft auch des Wort Qua­ran­täne. Befas­sen wir uns hier ein­mal mit des­sen Geschichte – und der Aussprache.

Das Corona-Virus ist der­zeit „in aller Munde“. Natür­lich und hof­fent­lich nur in über­tra­ge­nem Sinn! Auch das Wort Qua­ran­täne fällt in die­sem Zusam­men­hang häu­fig. Nach­dem wir uns hier schon damit beschäf­tigt haben, ob es der oder das Virus heißt, befas­sen wir uns nun mit der Qua­ran­täne des­sen Geschichte – und damit, wie das Wort eigent­lich aus­ge­spro­chen wird.

Rotterdam quarantaineweg1 luchtfoto
Das Qua­ran­tä­ne­ge­biet im Rot­ter­da­mer Hafen, Qua­ran­tai­ne­weg 1 (Wikifrits/​Wiki­me­dia Commons)

Was ist eigentlich Quarantäne?

Quarantine guardship Rhin 1830
Ein Schiff unter Qua­ran­täne und ein Schiff der Küs­ten­wa­che vor Sheer­ness auf der Isle of Shep­pey, Kent, Eng­land (Autor unbe­kannt, UK Natio­nal Mari­time Museum/​Wiki­me­dia Commons)

Eine Qua­ran­täne ist eine räum­li­che Iso­lie­rung von Per­so­nen, mit­un­ter auch von Tie­ren oder sel­te­ner sogar von Pflan­zen, die eine anste­ckende Krank­heit haben (könn­ten). Sie dient dem Schutz der rest­li­chen Bevöl­ke­rung bzw. des Tier­be­stan­des. Diese Art der Iso­lie­rung wurde schon im 14. Jahr­hun­dert in den Hafen­städ­ten des Mit­tel­meer­raums prak­ti­ziert. Schiffe, die aus Gebie­ten kamen, in denen eine anste­ckende Krank­heit gras­sierte, muss­ten an eigens dafür vor­ge­se­he­nen Plät­zen anle­gen. Besat­zung und, falls vor­han­den, Pas­sa­giere durf­ten zunächst nicht an Land gehen. Die Dauer der Iso­la­tion betrug meist 40 Tage, wobei diese Zahl weni­ger aus medi­zi­ni­schen Grün­den vor­ge­se­hen wurde, son­dern weil die­ser Zeit­raum bereits in der Bibel ein Sta­dium län­ge­rer Zurück­ge­zo­gen­heit kenn­zeich­nete. So soll Jesus 40 Tage mit Beten und Fas­ten allein in der Wüste zuge­bracht haben.

Quarantäne im Computer- und IT-Bereich

Ähn­lich wie bei den Viren, die es inzwi­schen auch im Com­pu­ter- und IT-Bereich gibt, hat die Qua­ran­täne auch hier Ein­zug gehal­ten. Hier wird sie ver­wen­det, um Schad­soft­ware wie etwa Trojaner‑, Viren- und Wurm­pro­gramme in einem iso­lier­ten, meist ver­schlüs­sel­ten Bereich auf­zu­be­wah­ren. Diese Tech­nik wird häu­fig von Anti­vi­ren-Pro­gram­men genutzt und dient dazu, um Dateien im Falle eines Fehl­alarms pro­blem­los wie­der­her­stel­len zu können.

Die Wortherkunft

Auf Latei­nisch heißt „vier­zig“ qua­drag­inta; im Vul­gär­la­tei­ni­schen war dies zu quar(r)anta gewor­den. Dar­aus ent­wi­ckel­ten sich im Ita­lie­ni­schen qua­ranta und das alt­fran­zö­si­sche carante bzw. qua­rante. Im Ita­lie­ni­schen ent­stan­den schließ­lich für die Zeit­spanne der Iso­la­tion die Begriffe qua­ran­tena bzw. qua­ran­tina, die schon Anfang des 17. Jahr­hun­derts ver­ein­zelt in deut­schen Rei­se­be­rich­ten auf­tauch­ten. Im Fran­zö­si­schen hatte sich über das alt­fran­zö­si­sche caranteine/​quaranteine das Wort qua­ran­taine her­aus­ge­bil­det. Die­ses gelangte im 17. Jahr­hun­dert auch ins Deut­sche: zunächst noch als „Qua­ran­taine“, spä­ter zu „Qua­ran­täne“ eingedeutscht.

Die Aussprache von Quarantäne

Quarantaine 1
Inter­na­tio­nale Signal-Kom­bi­na­tion für „Die­ses Schiff ist in Qua­ran­täne“ (Desgagnesh/​Wiki­me­dia Commons)

Die Aus­spra­che des Wor­tes stellt sich ähn­lich bunt wie des­sen Her­kunft dar. Die häu­figste Mög­lich­keit lau­tet [karan‘tɛ:nǝ], wobei die unge­wohnte Laut-Buch­sta­ben-Kom­bi­na­tion „k“ für „qu“ der Her­kunft aus dem Fran­zö­si­schen geschul­det ist. Dane­ben gibt es aber auch die (vor allem in Öster­reich vor­herr­schende) Aus­spra­che des „qu“, bei der es so gespro­chen wird, wie es in den meis­ten deut­schen Wör­tern mit „qu“ lau­tet, näm­lich [kvaran‘tɛ:nǝ] wie etwa in „Qua­li­tät“.

Wer es hin­ge­gen etwas näher am Ori­gi­nal mag, kann das „an“ in der Mitte auch nasa­lie­ren: [karã‘tɛ:nǝ], wobei diese Aus­spra­che­va­ri­ante aller­dings eher unüb­lich ist.

Weitere Verweise

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

3 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.