Seid statt seit: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen

Deleaturzeichen

Wer den Scha­den hat, braucht für den Spott nicht zu sor­gen. So erging es auch der SPD in Nord­rhein-West­fa­len, die in einer Zei­tungs­an­zeige aus­ge­rech­net für mehr Bil­dung warb: mit seid statt seit!

Wir alle machen Feh­ler beim Schrei­ben. Die Gründe dafür kön­nen ganz unter­schied­lich sein; siehe hier „Warum wir Schreib­feh­ler machen – und über­le­sen“. Manch­mal erzeu­gen sie öffent­li­che Scha­den­freude, wie bei einem Schreib­feh­ler in einer Zei­tungs­an­zeige der SPD, in der es aus­ge­rech­net um das Thema Bil­dung geht, so gese­hen in:

Seid statt seit

Die Ver­wechs­lung von „seid“ und „seit“ gehört zu den am häu­figs­ten gemach­ten Feh­lern: zwei Wör­ter mit grund­ver­schie­de­nen Bedeu­tun­gen, die sich aber beim Spre­chen gleich anhö­ren. Sie wer­den nach dem gleich­na­mi­gen Spiel auch Tee­kes­sel­chen oder Tee­kes­sel genannt. Ein Spiel, bei dem die Spie­ler ein Wort mit meh­re­ren Bedeu­tun­gen, also ein Homo­nym oder ein Poly­sem, auf­grund der Defi­ni­tion der Bedeu­tun­gen erra­ten müssen.

In ihrem Bei­trag „‚seid‘ oder ‚seit‘?“ im „online-kor­rek­to­rat“ [sic!] von Petra Jecker emp­fiehlt sie fol­gende Eselsbrücke:

Zeit – mit „t“ am Ende → seit – mit „t“ am Ende
wir sind – mit „d“ am Ende → ihr seid – mit „d“ am Ende

Junge Union macht es nicht besser: sie statt Sie!

Wer übri­gens im Mee­dia-Arti­kel den Ori­gi­nal-Tweet der Jun­gen Union anklickt, die aus dem pein­li­chen Schreib­feh­ler natür­lich gleich Kapi­tal schla­gen wollte, darf auch dort Scha­den­freude zei­gen, denn die Ver­wechs­lung von „sie“ statt „Sie“ als Anrede ist ähn­lich, nun ja: doof!

(Daten­schutz­hin­weis: Mit dem Ankli­cken des exter­nen Ver­wei­ses auf Twit­ter erklä­ren Sie sich mit der Daten­wei­ter­gabe an Twit­ter, Inc., 1355 Mar­ket Street, Suite 900, San Fran­cisco, CA 94103, USA, ein­ver­stan­den! Die dort gel­ten­den Daten­schutz­be­stim­mun­gen sind unter https://twitter.com/privacy?lang=de abrufbar.)

Wer den Schaden hat …

An der Wahl­schlappe der SPD in Nord­rhein-West­fa­len dürfte diese pein­li­che Panne nicht schuld sein, aber eine gewisse Scha­den­freude mag doch erlaubt sein, denn: Wer den Scha­den hat …

Siehe auch

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

5 Kommentare

  1. Ach ja, die SPD bzw. die Jusos: Sie hat­ten im Wahl­kampf vor der NRW-Land­tags­wahl in mei­ner Stadt Wer­bung in die Brief­käs­ten gewor­fen und kün­dig­ten darin an, Oster­eier im Stadt­park zu ver­ste­cken. Nette Idee; nur: Wenn statt eines Hasen ein Zwerg­ka­nin­chen abge­bil­det ist, finde ich das schon mal lächer­lich. Und wenn dann fast kein Satz feh­ler­frei zustande gebracht wor­den ist, nun ja – da denkt man doch so was wie: Deutsch­land, du arme Bildungswüste!

    Zitat:
    »Der Oster­hase hat im Stadt­park Oster­eier und süsse [sic] Über­ra­schun­gen ver­steckt. Ihr Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter […] und die Jusos laden alle Rem­schei­der Kin­der ein [sic – feh­len­des Komma] sich gemein­sam mit Ihren [sic] Eltern und Groß­el­tern auf die Suche zu machen.«

    1. Das erklärt vie­les: Viel­leicht hat jemand des­we­gen die Oster­eier geklaut! Ich erin­nere mich näm­lich, dass mir eine Freun­din einen Ver­weis auf einen Zei­tungs­ar­ti­kel zuge­schickt hatte, nach dem in irgend­ei­ner Stadt in NRW, an die ich mich jetzt aber nicht mehr erin­nern kann, die Oster­eier einer sol­chen Aktion mor­gens ver­schwun­den waren.

      Tja, Strafe muss sein, nur konn­ten lei­der die armen Kin­der und „Ihre“ [sic!] Eltern und Groß­el­tern nichts dafür!

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