Seid statt seit: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. So erging es auch der SPD in Nordrhein-Westfalen, die in einer Zeitungsanzeige ausgerechnet für mehr Bildung warb: mit seid statt seit!

Wir alle machen Fehler beim Schreiben. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein; siehe hier „Warum wir Schreibfehler machen – und überlesen“. Manchmal erzeugen sie öffentliche Schadenfreude, wie bei einem Schreibfehler in einer Zeitungsanzeige der SPD, in der es ausgerechnet um das Thema Bildung geht, so gesehen in:

Seid statt seit

Die Verwechslung von „seid“ und „seit“ gehört zu den am häufigsten gemachten Fehlern: zwei Wörter mit grundverschiedenen Bedeutungen, die sich aber beim Sprechen gleich anhören. Sie werden nach dem gleichnamigen Spiel auch Teekesselchen oder Teekessel genannt. Ein Spiel, bei dem die Spieler ein Wort mit mehreren Bedeutungen, also ein Homonym oder ein Polysem, aufgrund der Definition der Bedeutungen erraten müssen.

In ihrem Beitrag „‚seid‘ oder ‚seit‘?“ im „online-korrektorat“ [sic!] von Petra Jecker empfiehlt sie folgende Eselsbrücke:

Zeit – mit „t“ am Ende → seit – mit „t“ am Ende
wir sind – mit „d“ am Ende → ihr seid – mit „d“ am Ende

Junge Union macht es nicht besser: sie statt Sie!

Wer übrigens im Meedia-Artikel den Original-Tweet der Jungen Union anklickt, die aus dem peinlichen Schreibfehler natürlich gleich Kapital schlagen wollte, darf auch dort Schadenfreude zeigen, denn die Verwechslung von „sie“ statt „Sie“ als Anrede ist ähnlich, nun ja: doof!

Wer den Schaden hat …

An der Wahlschlappe der SPD in Nordrhein-Westfalen dürfte diese peinliche Panne nicht schuld sein, aber eine gewisse Schadenfreude mag doch erlaubt sein, denn: Wer den Schaden hat …

Siehe auch

Ronald M. Filkas

Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

3 Kommentare

  1. Ach ja, die SPD bzw. die Jusos: Sie hatten im Wahlkampf vor der NRW-Landtagswahl in meiner Stadt Werbung in die Briefkästen geworfen und kündigten darin an, Ostereier im Stadtpark zu verstecken. Nette Idee; nur: Wenn statt eines Hasen ein Zwergkaninchen abgebildet ist, finde ich das schon mal lächerlich. Und wenn dann fast kein Satz fehlerfrei zustande gebracht worden ist, nun ja – da denkt man doch so was wie: Deutschland, du arme Bildungswüste!

    Zitat:
    »Der Osterhase hat im Stadtpark Ostereier und süsse [sic] Überraschungen versteckt. Ihr Landtagsabgeordneter […] und die Jusos laden alle Remscheider Kinder ein [sic – fehlendes Komma] sich gemeinsam mit Ihren [sic] Eltern und Großeltern auf die Suche zu machen.«

    1. Das erklärt vieles: Vielleicht hat jemand deswegen die Ostereier geklaut! Ich erinnere mich nämlich, dass mir eine Freundin einen Verweis auf einen Zeitungsartikel zugeschickt hatte, nach dem in irgendeiner Stadt in NRW, an die ich mich jetzt aber nicht mehr erinnern kann, die Ostereier einer solchen Aktion morgens verschwunden waren.

      Tja, Strafe muss sein, nur konnten leider die armen Kinder und „Ihre“ [sic!] Eltern und Großeltern nichts dafür!

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