Letraset: Schriftsatz für jedermann

Erinnern Sie sich noch an diese Abreibebuchstaben namens Letraset? Damals eine kleine Revolution in vielen (typo)grafischen Bereichen! Auch für private Zwecke ließen sich diese Buchstaben verwenden. Zeit, sich einmal an diese Möglichkeit zu erinnern, die Schriftsatz für jedermann bot!

Können Sie sich noch an diese Abreibebuchstaben, auch Anreibe-, Klebe- oder Folienschriften genannt, namens Letraset erinnern? Damals waren sie eine kleine Revolution für Grafiker, Werber, Architekten, Ingenieure und Layouter. Aber auch für viele private Zwecke ließen sich diese klebenden Buchstaben und Zeichen verwenden.

Schon ab Ende der 1950er-Jahre entwickelt, 1961 perfekt

Letraset-boegen
Abreibebuchstaben: links von Letraset®, rechts vom Rivalen Transotype (Paul Henning/ Wikimedia Commons)
Mussten nach ersten Versuchen die einzelnen Zeichen noch feucht auf die Unterlage aufgerieben werden, so war das Trockenkleb- und Abriebsystem von der 1959 in Großbritannien gegründeten Firma Letraset im Jahre 1961 zur Perfektion entwickelt. Es verbreitete sich daraufhin unter dem Namen Letraset® rasch. Im Zuge der zunehmenden (typo)grafischen Möglichkeiten der aufkommenden Desktop-Computer nahm die Verbreitung in den 1980er-Jahren jedoch wieder ab. Allerdings sind diese Bögen noch heute erhältlich; einige mögen sogar noch ein paar Bogen vorrätig haben. Wie der Autor dieses Beitrags zum Beispiel!

Eine neue Schrift und der Einstieg in den DTP-Markt

Compacta Bold Letraset transfers
Ein schon benutzter Letraset®-Bogen mit der Compacta (harleypeddie/Wikimedia Commos)
Übrigens hatte der Hersteller 1963 sogar eine neue Schrift kreiert: die Compacta, eine serifenlose enge Schrift, die von britischen Werbeplakaten der 1920er- und 1930er-Jahre inspiriert war. Und ab Beginn der 1990er-Jahre stieg die Firma in den Markt für Desktoppublishing-Software ein, wobei das Layout-Programm DesignStudio nicht nur dem Autor noch in (guter) Erinnerung sein dürfte.

Seit 2012 gehört die Firma zur britischen ColArt International Holdings Ltd., die auf die Herstellung und den Vertrieb von Künstlermaterialien spezialisiert ist, wobei sich Letraset auf die Herstellung von Markierstiften (Markern) verlegt hat.

Weitere Verweise zum Thema

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

7 Kommentare

  1. Hallo Herr Filkas,

    ges­tern habe ich Ihren Arti­kel bei Xing gefun­den und mich daran erin­nert, dass ich noch eine ganze Menge ALFAC Abrei­be­buch­sta­ben habe, die ich von einem Freund aus Weil am Rhein bekam.
    Typo­fix aus DDR-Zei­ten habe ich lei­der nicht mehr. (und da gab es nicht nur „Buch­sta­ben“)
    Ich hätte gern Ihren Arti­kel als pdf und den würde ich dann ganz gern mit mei­nen Alfac Blät­tern an das Druck­kunst-Museum in Leip­zig wei­ter geben.
    Ken­nen Sie das Druck­kunst-Museum? Als Set­zer wer­den Sie Ihre helle Freude haben – und den Win­kel­ha­ken kön­nen Sie auch gern wie­der in die Hand neh­men… (www.druckkunst-museum.de)
    (Ich selbst bin seit der Grün­dung Mit­glied im Vor­stand der Fördergesellschaft)

    Freue mich als­bald von Ihnen zu hören.
    Wolf­gang Schubert
    (www.schubert-gmd.de)

    1. Sehr geehr­ter Herr Schubert,

      ich bedanke mich sehr für Ihr Inter­esse an die­sem Bei­trag! Das PDF wurde Ihnen inzwi­schen an Ihre E‑Mail-Adresse übermittelt.

      Das Museum für Druck­kunst Leip­zig kannte ich bis­lang (noch) nicht per­sön­lich, habe mich aber schon im WWW dar­über infor­miert. Ein Besuch ist sicher­lich loh­nens­wert! Die Mar­ken ALFAC und Typo­fix waren mir bis­lang aller­dings völ­lig unbe­kannt; danke auch dafür, dass Sie sie ins all­ge­meine (Erinnerungs)gedächtnis zurück­ge­ru­fen haben!

      Mit freund­li­chen Grüßen
      Ronald M. Filkas

  2. Wer­ter Herr Filkas,
    Danke für Ihren Arti­kel über „Abrei­be­buch­sta­ben“.
    Bei mir brach die Erin­ne­rung durch, viele „Mix­tapes“ damit beschrif­tet zu haben. Ana­log- und Hand­ar­beit pur, Herz­blut sowieso.
    Weg mit den sen­ti­men­ta­len Gedan­ken … ich war in den spä­ten 1970er-Jah­ren in der Moto­ren­ent­wick­lung tätig und wir hat­ten damals neben den Buch­sta­ben auch geo­me­tri­sche Ele­mente als „quick trans­fers“ vor­rä­tig. Diese kamen von MECANORMA.
    Sogar einen Meca­norma-Kata­log (Refe­renz-No.: 36871) habe ich noch gehor­tet. An sich war Meca­norma fran­zö­si­schen Ursprungs.

    … und weil gerade diese Schub­lade offen ist, fin­det sich dort ein CHART­PAK-Kata­log, der Ähn­li­ches zu bie­ten hat. Hier liegt der Schwer­punkt auf Ras­ter­fo­lien und Schmuck­bän­dern. Chart­pak dürfte ein ame­ri­ka­ni­sches Unter­neh­men sein, die Euro­pa­nie­der­las­sung war in Eng­land beheimatet.
    Soweit mein beschei­de­ner Bei­trag zu die­sem Thema.
    Gute Zeit wünscht
    Paul H. Tontur

    1. Wer­ter Herr Tontur,

      es freut mich, Ihre Erin­ne­run­gen auf­ge­frischt zu haben; nicht weni­ger war der Zweck die­ses Beitrags!

      Und wie­der etwas über wei­tere und anschei­nend ähn­li­che Pro­dukte gelernt! Beide genann­ten Fir­men haben anschei­nend wie auch Letra­set ihr Ter­rain gewech­selt und set­zen wie diese heute auf gra­fi­sche Pro­dukte wie Stifte usw. Sie haben aber recht: Chart­pak sitzt in Leeds, Mas­sa­chu­setts, USA, wie ich her­aus­ge­fun­den habe.

      Fro­hes Schaffen
      Ronald M. Filkas

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