Gendern oder nicht?

Ampelmännchen und -frauen bei Rot und Grün

Sprache ist schon immer von Wandlungen begriffen. Ganz egal, ob es dabei um den Gebrauch von Fremdwörtern geht oder um die Rechtschreibreform. Ein interessantes Hörspiel widmet sich dem Gendern.

Gendern oder nicht?

Sprache unterliegt schon immer Veränderungen, ob es dabei um den Gebrauch von Fremdwörtern (Stichwort: „Denglisch“) geht oder um die Rechtschreibreform. Selbst für die Bibel finden sich alle paar Jahre neue Übersetzungen, womit sie sich verändert! Thema zurzeit ist das Gendern.

Auch wir haben uns hier schon mit dem Gebrauch geschlechter­gerechter Sprache beschäftigt. Und das bereits 2017! Seitdem ist die Diskussion darüber aber weiter fortgeschritten. Die Fronten verhärten sich immer mehr.

Ein Hörspiel des Westdeutschen Rundfunks aus diesem Jahr, das allerdings auch Elemente eines Features enthält, widmet sich der Problematik des Genderns. In der Ankündigung der Sendung heißt es:

Wenn sich die Gesellschaft verändert, ändert sich auch die Sprache. Oder funktioniert es auch anders herum? Beim sogenannten „Gendern“ soll niemand zurückgelassen werden. Es geht folglich um gerechte Sprache und diskriminierungsfreies Sprechen und darum, all denjenigen, die in der Sprache bislang unsichtbar gewesen sind, Sichtbarkeit zu verschaffen. Doch es geht auch um Macht. Was gesetzt ist, muss durchgesetzt werden. Wer entscheidet[,] wie gesprochen werden kann/darf/soll?

In Zitaten kommen darin u. a. der Philosoph Ludwig Wittgenstein, sogenannte „Normalbürger/-innen“, die anonym bleiben, klar erkennbare Politiker/-innen aus dem Bundestag in Originaltönen und der inzwischen weithin bekannte (schwarze!) Kieler Gastwirt und Koch, der den Namen seines Lokals „Zum Mohrenkopf“ nach seiner Übernahme beibehielt, zu Wort.

Das Hörspiel (43 Minuten, 42 Sekunden) ist bis zum 4. Juli 2022 abrufbar: „Spoken Word“ von Thomas Palzer und Nikolai von Koslowski. Denjenigen, die nicht schon nach wenigen Minuten abschalten, sei mehrmaliges Hören empfohlen, um all die Gedanken darin verarbeiten zu können. Eine eindeutige Stellung für oder gegen das Gendern liefert das Hörspiel übrigens nicht, denn diese müssen Sie für sich selbst finden! Über die Notwendigkeit einer Diskussion über das Thema dürfte aber kein Zweifel bestehen.

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

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