„Corona-Pandemie“ ist Wort des Jahres

Eigent­lich nicht ver­wun­der­lich: „Corona-Pan­de­mie“ wurde zum Wort des Jah­res gewählt. 

Das Wort des Jah­res ist „Corona-Pan­de­mie“. Diese letzt­lich nicht über­ra­schende Ent­schei­dung ver­kün­dete die Jury der Gesell­schaft für deut­sche Spra­che (GfdS) in Wies­ba­den. Zur Begrün­dung heißt es, wobei ich die im Ori­gi­nal kur­si­ven durch fette Aus­zeich­nun­gen ersetzt habe:

Die Zusam­men­set­zung be­nennt das beherr­schende Thema nahezu des gesam­ten Jah­res. […] Als Wort des Jah­res steht Corona-Pan­de­mie nicht nur für die nach Ein­schätzung der Bun­des­kanz­le­rin ebenso wie vie­ler Fach­leute schwerste Krise seit dem 2. Welt­krieg, son­dern sprach­lich auch für eine Viel­zahl neuer Wortbil­dungen (Coro­na­vi­rus, ‑krise, ‑zah­len, ‑jahr, Corona-Demo, ‑Hot­spot, ‑Warn-App, coro­nabe­dingt, ‑geplagt …).

Inter­es­sant in der Pres­se­mit­tei­lung der GfdS sind aber auch die wei­te­ren Plat­zie­run­gen, wor­un­ter aller­dings Platz 8, die „Geis­ter­spiele“, keine Neue­rung, die auf­grund der Pan­de­mie ein­ge­führt wur­den, dar­stel­len. Als Straf­maß­nahme gegen Fußball­vereine, hier beson­ders bei nicht gebühr­li­chem Ver­hal­ten von Fans, gab es diese näm­lich schon vor­her! Hier­bei wer­den Zuschauer bei einer zu bestim­men­den Anzahl von Heim­spie­len nicht zuge­las­sen, was bei den aus­rich­ten­den Ver­ei­nen zu emp­find­li­chen finan­zi­el­len Ein­bu­ßen führt. Von der feh­len­den Unter­stüt­zung der eige­nen Anhän­ger­schaft ganz zu schweigen.

(Siehe hier auch „Vom Wan­del der Spra­che durch die Corona-Krise“ und „Lock­down oder Shut­down?“)

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

4 Kommentare

  1. Nun ja – von der offi­zi­el­len Begrün­dung aus­ge­hend ist die Ent­schei­dung der GfdS sehr wohl gerecht­fer­tigt. Eigent­lich müsste es jedoch gleich­zei­tig zum Unwort des Jah­res dekla­riert wer­den, da ja bekann­ter­ma­ßen auch eine Menge Leid damit in Ver­bin­dung steht .…

    1. Wenn mit dem Virus (und nicht mit dem Wort!) und der dar­aus resul­tie­ren­den Pan­de­mie „auch eine Menge Leid […] in Ver­bin­dung steht“, kann das Wort nichts dafür! Diese Unter­schei­dung zu tref­fen, erscheint mir sehr wich­tig. Für das Unwort des Jah­res hätte ich aber auch Vor­schläge: „Quer­den­ker“ und „Abschie­be­pa­ten­schaf­ten“.

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