Ein gutes neues Jahr oder gutes Neues Jahr?

Fragezeichen

Der Jah­res­wech­sel steht bevor. Wün­schen wir nun ein gutes neues Jahr oder ein gutes Neues Jahr? Nun, bei­des ist zwar mög­lich, doch wir emp­feh­len eine Schreib­weise: die Kleinschreibung!

Die Unsitte, das Fest Sil­ves­ter mit einem y anstatt mit dem kor­rek­ten i zu schrei­ben, stirbt zum Glück lang­sam aus (siehe hierzu auch in Ronalds Noti­zen „Sil­ves­ter allein“ und hier „Pro­ak­tiv“!) Unsi­cher­heit herrscht jedoch bei der Frage, ob wir jeman­dem schrift­lich ein gutes neues Jahr oder ein gutes Neues Jahr wünschen.

Nun, wie auch in „im kom­men­den Jahr“ schrei­ben wir das neue Jahr klein. Es han­delt es sich hier­bei näm­lich nicht um eine fest­ste­hende Wort­gruppe, auch wenn der Duden das anders sieht. Inzwi­schen, näm­lich seit dem 29. Juni 2017, erlaubt er auch die Groß­schrei­bung: Neues Jahr.

Die Begrün­dung:

Bei den fol­gen­den Ver­bin­dun­gen wird das Adjek­tiv groß­ge­schrie­ben: […] bei amt­li­chen und kirch­li­chen Feier- oder Gedenk­ta­gen, fakul­ta­tiv auch bei beson­de­ren Kalen­der­ta­gen und Anläs­sen (Duden: Groß- und Klein­schrei­bung, Absatz D 89)

„[…] bei amt­li­chen und kirch­li­chen Feier- oder Gedenk­ta­gen, fakul­ta­tiv auch bei beson­de­ren Kalen­der­ta­gen und Anläs­sen“? Wenn Sie jeman­dem Ihre Wün­sche zum neuen Jahr mit­tei­len, mei­nen Sie jedoch sicher­lich nicht einen bestimm­ten Kalen­der­tag, son­dern das ganze Jahr! Und ob das neue Jahr zu einem beson­de­ren Anlass wird, wird sich erst noch zei­gen. Nicht nur der Duden emp­fiehlt des­halb auch an ande­rer Stelle, näm­lich im Wör­ter­buch, die Klein­schrei­bung wei­ter zu ver­wen­den. Wir und andere Kor­rek­to­ren tun es auch.

In die­sem Sinne: ein wie auch immer gelun­ge­nes neues Jahr!

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

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