Achtung, Ausrufezeichen!

Nach­dem wir uns hier bereits dem Apo­stroph gewid­met haben, wen­den wir uns der Funk­tion und der Her­kunft eines ande­ren Satz­zei­chens zu: dem Ausrufezeichen.

Hier hat­ten wir uns bereits dem Apo­stroph gewid­met. Wen­den wir uns nun dem Gebrauch, der Funk­tion und der Geschichte des Aus­ru­fe­zei­chens zu.

Es wird auch, ins­be­son­dere in der Schweiz, Aus­ruf­zei­chen, ver­ein­zelt in Deutsch­land und der Schweiz Aus­ru­fungs­zei­chen, in Öster­reich Ruf­zei­chen und teil­weise Rufe­zei­chen, sel­te­ner Exkla­ma­ti­ons­zei­chen genannt. Es gehört wie der Punkt zu den Schluss­zei­chen und dient dazu, einer Äuße­rung beson­de­ren Nach­druck zu verleihen.

Das Ausrufezeichen steht

So steht es in der Regel nach Aufforderungs‑, Wunsch- und Aus­ru­fe­sät­zen sowie nach Emp­fin­dungs- und Aus­ru­fe­wör­tern (Inter­jek­tio­nen) wie:

Ver­las­sen Sie sofort mein Büro!
Oh, hätte ich nur nichts gesagt!
Na, na!
Pst!
Au!
Ver­flixt und zugenäht!

Auch wenn ein Aus­ruf als Fra­ge­satz for­mu­liert ist, setzt man ein Ausrufezeichen:

Was erlau­ben Sie sich eigentlich!
Wie lange soll ich hier denn noch warten!

In Klam­mern inner­halb eines Sat­zes steht das Aus­ru­fe­zei­chen (hier mit Zwi­schen­raum!) oft­mals nach Aus­drü­cken, auf die beson­dere Auf­merk­sam­keit gelenkt wer­den soll:

Er soll wäh­rend der Fei­er­tage 5 (!) Kilo zuge­nom­men haben.

Die­ses Bei­spiel soll daran erin­nern, dass das Aus­ru­fe­zei­chen sonst immer kom­press, also ohne Zwi­schen­raum (Leer­zei­chen) zum vor­he­ri­gen Wort, gesetzt wird!

Das Ausrufezeichen steht nicht

Nicht gesetzt wird das Zei­chen, wenn es sich um abhän­gige Auf­for­de­rungs- oder Wunsch­sätze han­delt oder um Impe­ra­tive, die ohne beson­de­ren Nach­druck geäu­ßert werden:

Ich wünschte, ich hätte nichts gesagt.
Schla­gen Sie bitte die Seite 58 auf.

Zur Geschichte des Ausrufezeichens

Im Ver­gleich zu Punkt, Komma und Dop­pel­punkt, die schon bei den Grie­chen und Römern zum Ein­satz kamen, ist das Aus­ru­fe­zei­chen ein eher jun­ges Satz­zei­chen. Unter der Bezeich­nung „Ruf­zei­chen“ tauchte es offi­zi­ell erst im 17. Jahr­hun­dert auf. Das älteste Zeug­nis sei­ner Anwen­dung in Deutsch­land ist wohl der Erst­druck von Johann Fisch­arts soge­nann­tem „Ehe­zucht­büch­lein“ „Flöh­hatz“ von 1572. 

(Aus dem Duden-News­let­ter vom 5. Januar 2015; siehe zur fal­schen Ver­wen­dung von Leer­zei­chen auch in Ronalds Noti­zen: „Was Sie schon immer (nicht) wis­sen woll­ten (14)“!)

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

3 Kommentare

  1. Sehr geehr­ter Herr Filkas,
    ist Ihnen – als Lek­tor – nicht bekannt, dass der Dativ von Apo­stroph OHNE Endung gebil­det wird und „dem Apo­stroph“ heißt?

    Warum spre­chen Sie die Leser kor­rekt mit „Sie“ an und schrei­ben am Ende des Kom­men­tar­fel­des „Benach­rich­tige mich über nach­fol­gende Kom­men­tare via E‑Mail.“? Gilt ein Kom­men­tar als Auf­for­de­rung zum ver­trau­ten „Du“?

    1. Sehr geehrte Frau Bauer,

      die ange­spro­chen Feh­ler wur­den kor­ri­giert. Danke für die Hinweise.

      Was die Kom­men­tar­funk­tion anbe­langt, so obliegt diese dem Con­tent-Manage­ment-Sys­tem (CMS). Immer­hin steht dort: „Schrei­ben Sie einen Kom­men­tar“. Bei den fol­gen­den Optio­nen zur Akti­vie­rung von mög­li­chen Benach­rich­ti­gun­gen erfol­gen diese nicht durch mich, son­dern auto­ma­ti­siert auch über das CMS. Bei einer Akti­vie­rung wür­den Sie, streng genom­men, allen­falls mich duzen („Benach­rich­tige mich …“)! Weil ich jedoch nicht direkt mit­be­komme, wer eine der bei­den Optio­nen oder beide anklickt, und ich mich also auch nicht ange­spro­chen fühle, kann ich damit leben. Und Sie hof­fent­lich auch, wenn Sie beden­ken, dass Sie das CMS duzen, das Sie benach­rich­ti­gen soll und für den Ver­sand zustän­dig ist!

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