Über die (Macht der) Sprache sprechen

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Heutzutage ist alles Sprache. Nicht nur in der Politik und in der Werbung. Auch im Radio. Ein sehr interessantes Feature im Bayerischen Rundfunk widmet sich der (Macht der) Sprache.

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. (Ludwig Wittgenstein in seinem „Tractatus logico-philosophicus“, Abschnitt 7, ein Motto der Sendung)

Über die (Macht der) Sprache sprechen

Das Radio war früher, bevor der Dudelfunk (Sender, die ganztägig Hit auf Hit senden, nur kurz von Nachrichten und Verkehrs­meldungen unterbrochen) eingeführt wurde, das Medium der Sprache. Natürlich gab es dort früher auch schon Musik, aber meistens waren das live übertragene Konzerte klassischer Musik. Daneben war das Radio das Medium für Hörspiele: gesprochenes Wort, drama­tisiert. Nun befasst sich ein Radiobeitrag von Thomas Kernert mit der (Macht der) Sprache. Also: im Radio über die (Macht der) Sprache sprechen! Zitat aus der Ankündigung:

[…] Weil sie [die Sprache] so mächtig geworden ist, produziert sie nicht nur Information, sondern auch Desinformation (Stichwort: fake news), ist nicht nur Kommunikation, sondern auch der Originalschauplatz von Manipulation und Konfrontation, hat nicht nur Macht, sondern fühlt sich gerne auch ohnmächtig.

Darin geht es u. a. um Veränderungen (in) der Sprache, die Macht der Wiederholung und um die Fragen, ob Sprachregulierung und Zensur überhaupt funktionieren (können) (nein, zumindest dann nicht, wenn sie der Sprache bedürfen!). Und hierbei dürfen political correctness und die geschlechtergerechte Sprache natürlich nicht fehlen. Ein kurzer Selbsttest darüber, was Sie mit den drei Begriffen „Freiheit“, „Sicherheit“ und „Flüchtling“ assoziieren, kommt übrigens auch darin vor.

Die Ankündigung endet mit den Worten:

[…] Wir können mit ihr [der Sprache] wesentlich kindlicher und kreativer spielen als jeder Algorithmus und jede Künstliche Intelligenz. Anders ausgedrückt: Unser Blablabla ist eine feste Burg (aus Sand)!

Die Sendung: „Blablabla. Ein Lob der Sprache in Zeiten diskursiver Turbulenzen“, Nachtstudio, Bayern 2, vom 2. Februar 2021, in der Sendung selbst übrigens als „Macht und Ohnmacht der Sprache in Zeiten diskursiver Turbulenzen“ betitelt. Ein mehrmaliges Hören lohnt, um die Fülle an Gedanken verarbeiten zu können!

(Siehe auch in Ronalds Notizen: „Sprache ist faschistisch“, ein Zitat von Roland Barthes, und hier zu einer anderen Radiosendung „Eine kleine Geschichte der deutschen Sprache“!)

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

2 Kommentare

  1. Es geht, wie fast immer, um die Deutungshoheit.
    Die Macht über die Sprache zu erlangen, bedeutet immer auch, das Denken zu beherrschen. Sprache ist immer auch Herrschaftsinstrument. Leider kann sie sich nicht selbst dagegen wehren, von Aktivisten benutzt und geschändet zu werden.

    1. Wie in der Sendung zu hören, ist es so gut wie unmöglich, „Macht über die Sprache zu erlangen“, auch wenn das immer wieder versucht wurde und wird. Zumindest dann nicht, wenn solche Versuche, egal ob von „Aktivisten“ oder nicht, der Sprache selbst bedürfen. In der Tat aber „kann sie sich nicht selbst dagegen wehren“. Da hilft nur hellhörig sein! Ob jede Veränderung aber eine Schändung darstellt, bezweifle ich stark. Ohne Veränderungen stirbt eine Sprache.

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