Sprachkritik vom rechten Rand

Deleaturzeichen

Es exis­tie­ren meh­rere Ver­eine und Insti­tu­tio­nen, die sich mit unse­rer Spra­che beschäf­ti­gen. Dar­un­ter auch der Ver­ein Deut­sche Spra­che (VDS). Dort fin­det die Sprach­kri­tik vom rech­ten Rand unse­rer Gesell­schaft aus statt. Vom äußers­ten rech­ten Rand!

Der Ver­ein Deut­sche Spra­che (VDS) wurde 1997 als „Ver­ein zur Wah­rung der deut­schen Spra­che“ (VWDS) gegrün­det und im April 2000 umbe­nannt. Ziel war und ist „die deut­sche Spra­che als eigen­stän­dige Kul­tur­spra­che zu erhal­ten und zu fördern“.

So weit, so gut! Doch dann:

Euro­pas Spra­chen und Kul­tu­ren ste­hen unter einem star­ken Glo­ba­li­sie­rungs­druck. Sie ver­lie­ren welt­weit an Gel­tung und wer­den zuneh­mend von der anglo­ame­ri­ka­ni­schen Spra­che und Kul­tur beherrscht (Bericht der Enquete-Kom­mis­sion „Kul­tur in Deutsch­land“ vom 11.12.2007). Spe­zi­ell in Deutsch­land kommt noch der zer­stö­re­ri­sche Ein­griff einer vor­wie­gend ideo­lo­gisch moti­vier­ten Gen­der­be­we­gung hinzu, die an den Grund­fes­ten unse­rer Spra­che, der Gram­ma­tik, sägt.

(Aus den „Sprachpolitische[n] Leit­li­nien“, Stand Herbst 2020)

Eindeutschungen um jeden Preis

Ich erin­nere mich noch sehr gut daran, wie die­ser ein­ge­tra­gene Ver­ein anfangs noch in ers­ter Linie gegen Wort­mi­schun­gen aus dem Eng­li­schen und Deut­schen („Deng­lisch“) vor­ging. Bald kamen der „Angli­zis­men-Index“ hinzu, ein Wör­ter­buch mit Alter­na­ti­ven zu im Deut­schen ver­wen­de­ten Wör­tern eng­li­schen Ursprungs. Der Lap­top sollte zum „Klapp­rech­ner“ wer­den, das Baby zum „Klein­ling“, die Soße zur „Tunke“, das Kote­lett zur „Rip­pen­schnitte“ und die Zigarre zur „Rauchrolle“. Ein­deut­schun­gen um jeden Preis!

Anfangs fan­den viele der Initia­ti­ven des Ver­eins wie etwa die Ver­lei­hung des „Sprachpanscher[s] des Jah­res“ (Wiki­pe­dia) durch­aus noch meine Sym­pa­thien, zumal ich für eine Weile das Ver­eins­blatt „Sprach­nach­rich­ten“ zuge­schickt bekam. Wohl­ge­merkt unauf­ge­for­dert und unbe­stellt! Und damals noch in Unkennt­nis die­ser Leit­li­nien! Spä­tes­tens aber seit dem Auf­ruf „Schluss mit Gen­der-Unfug!“ gelang­ten meine Sym­pa­thien an ihr Ende.

Sprachkritik vom rechten Rand

Fand ich die Unter­schrif­ten­ak­tion „Deutsch ins Grund­ge­setz“ vom Sep­tem­ber 2005 noch über­flüs­sig, so war mit dem „Gender-Unfug“-Aufruf vom 6. März 2019 erkenn­bar, dass der Ver­ein immer wei­ter nach rechts rückte. Den Auf­ruf nebst Unter­schrif­ten­ak­tion unter dem Titel „Ret­tet die deut­sche Spra­che vor dem Duden“ vom März 2021 habe ich nur noch am Rand wahr­ge­nom­men. Hier wurde dazu auf­ge­ru­fen, „den aktu­el­len Bestre­bun­gen der Duden­re­dak­tion zu einem Umbau der deut­schen Spra­che entgegenzutreten“.

Nicht nur dass der AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Ste­phan Brand­ner Mit­glied im VDS ist, Silke Schrö­der, zu dem Zeit­punkt VDS-Vor­stands­mit­glied, Ende Novem­ber 2023 an einem Tref­fen von Rechts­extre­men in Pots­dam teil­ge­nom­men hatte und der VDS-Vor­sit­zende Wal­ter Krä­mer 2014 in einem Inter­view zugab, die AfD gewählt zu haben. Nein, auch die Sprach­po­li­tik von VDS und AfD sind nahezu iden­tisch und der Ton­fall von VDS-State­ments ist erkenn­bar AfD-nah! (Siehe hierzu die exter­nen Ver­weise unten!)

Mei­nun­gen wie „Mei­nungs­ter­ror unse­rer weit­ge­hend links­ge­strick­ten Lügen­me­dien“, „Gen­der­wahn“, „Über­frem­dung der deut­schen Spra­che“, „Ver­un­glimp­fung der AfD“, „Medi­en­ma­fia“ usw. spre­chen für sich. Sprach­kri­tik vom äußers­ten rech­ten Rand!

Siehe auch

Ronald M. Filkas
Gelernter Schriftsetzer im Handsatz, Studium der Germanistik, zertifiziert abgeschlossene Fortbildungen „Web-Publishing Schwerpunkt DTP“ und Online-Redaktion, langjährige Erfahrungen als Schriftsetzer/ DTP-Fachkraft und als Korrektor und Lektor in Druckereien, Redaktionen und Verlagen. Mehr? Seite „Über mich“!

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